Ankerschmerz von Stefan Wollschläger

Veröffentlicht: 4. Januar 2021 von Juliane

Ankerschmerz
Kira Jensen #1
Stefan Wollschläger
Krimi
Edition M
Oktober 2020
Taschenbuch
251
Amazon Buch

Klappentext: Im Hafenbecken von Dornumersiel wird die Leiche einer jungen Komponistin entdeckt, deren Schlagerhit »Ankerschmerz« gerade die Charts stürmt.
Für Kira Jensen ist es kein ruhiger Start in ihrer alten Heimat. Ihr erster Arbeitstag als Kommissarin wird von einer persönlichen Katastrophe überschattet. Zudem entpuppt sich ihr neuer Vorgesetzter Tilmann Baer als Eigenbrötler, der ihr gleich deutlich macht, dass er seine Ermittlungen lieber alleine führt.
Wenn Kira sich in ihrem Job durchsetzen will, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihrem eigenen Instinkt zu folgen. Sind die Songtexte der jungen Frau der Schlüssel zu diesem Fall?

Meine Meinung:

Cover und Klappentext sind sehr überzeugend – so sehr, dass ich mir den Krimi als eBook und Taschenbuch zugelegt hatte. Das eBook hatte ich schon ein paar Tage früher gekauft und dann bin ich später nochmal auf den Krimi gestoßen – und war von neuem angetan und entschied mich dafür. Also wenn das kein gutes Zeichen ist? Zudem ist der Krimi mit rund 250 Seiten relativ kurz, was ich ganz angenehm finde, da man solche Krimis (sollten sie spannend genug sein), dann sehr schön in einem Rutsch lesen kann.

Von dem Autor Stefan Wollschläger habe ich noch nichts gelesen, somit ging ich sehr unvoreingenommen an die Geschichte. Der Beginn ist schon recht hart, wir lernen die Ermittlerin Kira in einer eher unschönen Situation kennen. Tatsächlich muss ich gestehen, dass ich hier das erste Mal aufhorchte und etwas erschreckte. Denn wie Kira auf die Situation reagierte, passt mir gar nicht. Es glich mir zu sehr einer Frau aus dem 60ern als einer jungen modernen Frau, die mit diesem Krimi vielleicht auch einen gewissen Einfluss auf das Bild einer Frau hat.

Generell hatte ich Schwierigkeiten mit Kira warm zu werden. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass der Autor männlich ist und eine weibliche Gedankenwelt beschreibt – ich kam einfach nicht so wirklich an sie ran. Abgesehen davon stürzt sich die Geschichte auch direkt in die Mordfall. Dieser ist wirklich speziell und ich mochte die Umgebung des Opfern. Hier bekommen wir einen Einblick in die Kulissen eines Schlagerstars (ich hatte ständig Helene Fischer vor Augen) und da war eine Welt, aus der man sonst recht wenig liest.

Die Suche nach dem Täter ist wirklich komplex, ich baute verschiedene Szenarien, doch sie sollten sich alle nicht als richtig erweisen – was fast ein wenig schade ist, ich fand meine Ideen durchaus einleuchtend. Kira zeigt einen guten Instinkt und lehnt auch gern mal gegen Vorschriften auf. Ich verfolgte ihre Ermittlung mit Spannung, auch wenn ich nicht den Drang spürte, weiter und weiter und weiter zu lesen. Als Film kann ich mir diese Krimi übrigens sehr gut vorstellen. Ich denke gerade mit der Kulisse würde es wunderbar passen und manchmal fragte ich mich, ob der Autor nicht sogar selbst auch eher einen Film vor Augen hatte.

Die Auflösung überraschte mich sehr. Sie kam wie aus dem Nichts, tatsächlich fehlte mir die Vorbereitung darauf, oder wenigstens ein paar kleine Spuren in dem Verlauf zuvor. Sie war auf ihre Art sehr stimmig und passte zum Mord, doch wirkte sie etwas abgetrennt von der bisherigen Ermittlung. Hier gab es definitiv Potential, das nicht voll ausgeschöpft wurde.


Fazit:

Insgesamt ein solider Krimi, der leider hier und da Schwächen hat. So gefiel mir die Darstellung von der Ermittlerin Kira Jensen nicht, da sie einfach zu viele Klischees bediente. Zudem war die Auflösung des Kriminalfalls meiner Meinung nach zu plötzlich und nicht genügend vorbereitet. Hingegeben gefiel mir das Setting in Ostfriesland sehr gut und auch der Mordfall an sich. Somit kann ich nur eine bedingte Empfehlung aussprechen.


Vielen Dank…

…. an Amazon Buch für mein Rezensionsexemplar!

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