Embrace Yourself von Taryn Brumfitt

Veröffentlicht: 5. August 2019 von Juliane

Embrace Yourself
Taryn Brumfitt
Ratgeber, Lifestyle
GU Verlag
Juni 2019
Taschenbuh
200
Embrace Yourself
…. den Verlag!
https://www.imdb.com/title/tt4862478/

Vom Verlag: Es ist Zeit, uns selbst bedingungslos selbst zu umarmen! Egal ob wir dem gängigen Frauenbild entsprechen, egal wie vermeintlich unperfekt wir sein mögen. Taryn Brumfitt macht es vor – mit Liebe, Leidenschaft, Humor und großem Selbstmitgefühl. Und sie zeigt jeder Frau, wie ihr das ebenfalls gelingt. An ihrer Seite ist Nora Tschirner, die Brumfitts Film “Embrace” in Deutschland produzierte und zum Erfolg machte. Die beiden setzen sich für nicht weniger als eine zweite Emanzipation ein – eine Emanzipation von innen, in der Frauen durch pure Liebe für sich selbst und ihren Körper neue Freiheit und ein neues Selbstbewusstsein finden. Selbstablehnung war gestern! Das neue Motto lautet: Hab Freude am Leben, an deinem Körper, an dir selbst – übe dich in bedingungsloser Selbstliebe!

Meine Meinung:

Auch ich kenne Taryn Brumfitt hauptsächlich von ihrem fast-nackten Foto, in dem sie ihren unperfekten Körper präsentiert. Tatsächlich hatte ich es nur am Rande mitbekommen und mir war gar nicht so bewusst, welch große Bewegung sich durch dieses Foto entwickelt hat. Vor einer Weile fragte ich nach Tipps zum Thema Self Love und es ist erschreckend wie wenig Literatur es dazu gibt. Allerdings wurde mir “Embrace“, die Doku von Taryn Brumfitt, empfohlen.

Und nun erschien die schriftliche Version davon in Form von “Embrace Yourself” endlich auf Deutsch und zwar im GU Verlag. Ein Ratgeber und eine Fürsprache für Körperliebe und Self Love. Ich freute mich sehr auf dieses Buch, da – bin ich ehrlich – ich gern noch mehr für mich zu dem Thema mitnehmen wollte. Taryn ist sympathisch und das zeigt sich auch in ihrem Buch.

Bevor ich auf die positiven Seiten des Buches eingehe, muss ich erst meine Kritik loswerden. Denn bei dem Untertitel “Wie wir bedingungslose Selbstliebe finden” habe ich erwartet, dass ich eine Anleitung bekomme, was ich selbst machen kann um mich und meinen Körper zu akzeptieren. Leider gab es das nicht. Ja, es gab Denkanstöße – aber konkrete Tipps gibt es nicht. Dafür gibt es einen Verweis auf ein (online-) Seminar, das man gegen Bezahlung machen kann, um Selbstliebe zu entwickeln. Kann ich verstehen, dass sie es nicht frei ins Buch schreiben, aber ich erwartete es tatsächlich bei diesem Untertitel.

Abgesehen von diesem Punkt mochte ich das Buch von Taryn sehr. Man spürt besonders, wie ernst es ihr ist. Sie kämpft dafür. Sie reist durch die Welt, sie trifft Menschen, sie nimmt das Gespräch. Vor allem ist sie offen über ihre eigene Vergangenheit, was es sie kostete, ihren Körper lieben zu lernen. Sie zeigt auch auf, wie “bescheuert” es eigentlich ist, so viel Zeit mit Selbstzweifeln zu verschwenden und wie irrational so viele Gedanken sind. Das macht sie in dem sie uns den Spiegel vorhält und auch in dem sie Geschichten von anderen teilt.

Es ist unglaublich in wie vielen Geschichten ich mich wieder gefunden habe. Es ist fast beschämend und gleichzeitig sehr befreiend. Ich fühlte mich ertappt und verstanden – fühlte die Freiheit, die hinter der Selbstliebe steckt. Besonders mochte ich auch den Part, in dem Taryn berichtet, was sie an ihrem Körper mag. So z.B. dass sie ihre Arme hat um ihre Kinder zu umarmen, sie ihre Ohren liebt, weil sie damit gute Musik hören kann. Es ist wahrlich inspirierend!

Auch geht sie leicht auf Psychologie ein. Was macht uns glücklich? Was macht ein Ereignis zu einem, das man nicht vergisst. Zu Musik abrocken oder die eigenen Ängste überwinden. Oder wie man die Wahl hat, glücklich zu sein und seinen Körper zu akzeptieren. Ich fand die gesamte Geschichte insprierend und würde am liebsten sofort den Onlinekurs machen und auch diesen Zustand erreichen und meinen Körper zu bedingungslos lieben. Taryn ist eine Ikone und ich hoffe, wir werden noch so viel von ihr hören!

Zudem ist das Buch wirklich schön aufgemacht. Sehr coole und immer zum Thema passende Fotos von Taryn und auch gibt es immer wieder Zitate von ihr, die so schön kalligraphiert sind. Allein das macht das Buch schon lesenswert!


Fazit:

Mit “Embrace Yourself” hat Taryn Brumfitt die Grundpfeiler ihrer Self Love Bewegung auf Papier gebracht. Es berührte mich sehr, ihre Geschichte und die vieler anderer Frauen zu lesen. Definitiv regt es zum Nachdenken an und ich finde es toll, dass diese so alltägliche Probleme von so vielen Frauen endlich mal angesprochen werden. So merkt man auch, wie schwachsinnig viele Gedanken eigentlich sind. Leider fehlte mir in dem Ratgeber eine Hilfestellung, wie man sich selbst auf den Weg der Selbstliebe begibt. Lediglich ein Verweis auf den kostenpflichtigen Onlinekurs von Taryn gibt es.


Vielen Dank…

… an den GU Verlag für mein Rezensionsexemplar!


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4 Kommentare

  • Doreen 22. August 2019 at 20:09

    Ach, das ist ja interessant. Ich habe die Doku vor Ewigkeiten gesehen und fand sie sehr sehenswert (und Nora Tschirner sehr sympathisch), von dem Buch habe ich bis heute aber nichts gewusst. Wobei ich jetzt auch nicht weiß, ob ich es sooo unbedingt lesen muss – obwohl das, was du schreibst durchaus neugierig macht! Ich selbst greife auch weniger zu Ratgeberbüchern (auch wenn es nur bedingt eines ist, wie du anfangs ja erwähnst), weil ich für mich festgestellt habe, dass sie auf mich eher eine kurzweilige Wirkung haben. Meine Erfahrung ist: Veränderung/Akzeptanz ist ein sehr langer Prozess, der einfach Zeit und ständige Selbstreflektion beinhaltet. Ein Selbsthilfebuch/Ratgeber kann dazu erste Inspirationen liefern und die Hirnzellen in Gang bringen, ist meistens aber leider schnell wieder vergessen – meiner Erfahrung und Gesprächen mit Freundinnen/Kolleginnen nach. Das Thema an sich ist aber schon wichtig und darf gerne immer wieder in den Fokus gerückt werden. 🙂

    Gruß
    Doreen

    Reply
  • Tina 25. August 2019 at 14:59

    Hallo Juliane,

    jetzt gibt es also ein Buch! Wow, hat das lange gedauert. Den Film habe ich mir bereits vor 2 Jahren mit einer Freundin angesehen und wir waren nachhaltig beeindruckt. Beide saßen wir nach dem Film da und haben erstmal geschwiegen. Es war der Moment der Selbstreflektion, den jede für sich hatte. Natürlich haben wir noch über den Film gesprochen. Ich kann ihn also auch wärmstens empfehlen.

    Liebe Grüße
    Tina

    Reply
  • Sandra 1. September 2019 at 21:28

    Hi Juliane,
    erstmal Danke für die Rezension, deine Kritikpunkte kann ich nachvollziehen, dennoch finde ich das Buch sehr interessant, vor allem deshalb, weil ich die Dokumentation von Taryn Brumfitt absolut sehenswert und empfehlenswert finde. Mir ist allerdings etwas an deiner Rezension aufgefallen, was mich persönlich etwas verletzt, und zwar der erste Satz (“Auch ich kenne Taryn Brumfitt hauptsächlich von ihrem fast-nackten Foto, in dem sie ihren unperfekten Körper präsentiert. “). Bitte versteh mich nicht falsch, aber sie zeigt auf diesem Foto keinen umperfekten Körper, sondern möchte eben zeigen, dass er perfekt ist, weil er ein Körper ist, in welchem sie sich wohlfühlt. Die Aussagen, der Körper von ihr wäre unperfekt, schmerzt, denn mein Körper ist durch Krankheit auch fülliger als z.B. deiner, aber bin ich deshalb unperfekt in deinen Augen oder in den Augen von anderen? Ich glaube nicht, dass Taryn Brumfitt das damit aussagen wollte, ihr geht es doch darum, Selbstliebe zu empfinden und zu zeigen, und stolz zu sein auf sich und seinen Körper. Wie gesagt, bitte nicht falsch verstehen, beim Lesen ist es mir nur direkt ins Auge gesprungen, und irgendwie hat es mich mehr gestört als ich dachte, weil es nicht zum Inhalt des Buches passt.

    Liebe Grüße
    Sandra

    Reply
    • Juliane 1. September 2019 at 22:32

      Liebe Sandra,

      tut mir Leid, dass es so bei dir angekommen ist. Denn meine Intension war das mit Sicherheit nicht. Für mich sagt die Bewegung von Taryn aus, dass wir alle unsere Körper so akzeptieren (oder gar lieben) sollen wie sie sind. Und welcher Körper ist perfekt? Ihrer nicht. Meiner nicht. Ich kenne keinen perfekten Körper. Glaub mir, ich hab selbst mein Päckchen zu tragen und würde – gerade ich mit meiner Vergangenheit – bestimmt nicht Menschen als weniger wert oder unperfekter ansehen, wenn sie ein paar Kilos mehr haben. Die Doku habe ich schon begonnen anzusehen und es gibt wirklich nochmal einen anderen Einblick in Taryns Leben.

      Liebe Grüße
      Juliane

      Reply

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