Limonenküsse von Ava Blum

Veröffentlicht: 22. Mai 2020 von Juliane

Limonenküsse
Ava Blum
Liebesroman, Urlaub
Piper Verlag
Mai 2020
Taschenbuch
304 Seiten
… den Verlag und die Agentur Mainwunder

Vom Verlag: Die 23-jährige Bella hatte noch nie einen Freund, aber dafür haben sämtliche Phobien bei ihr ein Zuhause gefunden. Nur mit ihrer Sandkasten-Freundin Jazz kann sie so sein, wie sie wirklich ist. Als die beiden zusammen in den Urlaub nach Ischia fliegen, lernt Bella Davide kennen und Amors Pfeil trifft sie völlig unvorbereitet. Doch der junge Mann ist genau das Gegenteil von Bella, denn er lebt jeden Tag als gäbe es keinen Morgen mehr. Jazz sieht die Gelegenheit, ihre Freundin mit Davides Hilfe von ihren Ängsten zu befreien. Der Plan scheint aufzugehen, denn Davide zuliebe sagt Bella ihnen den Kampf an. Doch dann geschieht etwas Unvorhergesehenes…

Meine Meinung:

Als ich von dem Roman “Limonenküsse – Herzklopfen auf Italienisch” das erste Mal las, war ich eingenommen von dem schönen Cover und dieser Sommerlichkeit, die es ausstrahlt. Sofort dachte ich auch an Limoncello, der tatsächlich in dem Roman des Öfteren getrunken wird.

Nur leider brachte mich der Beginn des Buches schon sehr auf den Boden der Tatsachen zurück. Vorweg muss ich sagen, dass ich kein tiefgründiges literarisches Werk erwartet habe, sondern eine lockere Romanze in einer sommerlichen Atmosphäre. Doch der Beginn war für mich zu plump. Gefühlt war es wie ein Auflisten der Personen und deren Eigenschaften. Es war wie ein Entwurf, der noch verfeinert werden müsste. Ich mag es, wenn Autoren eher zeigen, wie ihre Protagonisten ticken, anstatt es direkt auf wenige Seiten aufzuzählen.

Mir persönlich war die Protagonistin Bella viel zu kindisch für ihre Anfang 20. Es wirkte unauthentisch und ich musste mehrmals beim Lesen die Augen rollen über sie. Durch diese gewollte Ungeschicklichkeit von ihr, wirkte sie auf mich regelrecht naiv und dumm. Das führte zu dem Problem, dass ich nicht mit ihr fühlte. Bei mir kamen ihre Schmetterlinge nicht an. Auch bei den anderen Personen hatte ich ähnliche Probleme. Ihre Freundin Jazz ist ihr genaues Gegenteil – aber auch viiiiiel zu extrem dargestellt.

Bei dem Genre “Liebesroman” begegnet man oft Klischees und ähnliche Muster im Ablauf der Geschichte. An sich finde ich es überhaupt nicht schlimm, sich daran zu halten und auch in die Klischeekiste zu greifen. Doch in “Limonenküsse” nahm es Überhand. Dieses Übergeben von Bella, die Eifersucht, dieser plötzliche Kuss am Strand… ach… das Riesenrad und natürlich (SPOILER), dass wir hier den Sohn der Vermieterin haben. Die Liste ist lang und ich denke, ich hätte über die Szenen und offensichtlichen Zusammenhänge hinweg sehen können, wenn die Ausführung der Geschichte besser gewesen wäre.

Denn auch die Dialoge brachten keine Ruhe oder Tiefe in das Buch. Lieber hätte ich die Autorin einige Szenen rausgelassen und dafür mehr Zeit damit verbracht, den Personen mehr Profil zu geben. Die zwischenmenschliche Beziehung zwischen den Protagonisten war sehr körperlich und dann mit einem Schlag sprachen sie innerhalb von wenigen Sätzen über ihre tiefsten Gefühle. Für mich kam es so überraschend, dass es leider nicht echt wirkte, sondern sehr konstruiert.

Zu guter Letzt muss ich noch erwähnen, dass es mich sehr irritierte, dass die Autorin den italienischen Akzent ausschrieb. Ich finde, es reicht zu beschreiben, dass eine Person mit starken italienischen Akzent spricht und den Rest der Fantasie der Leser überlässt. Doch z.B. überall ein “e” an Wörter zu hängen… ist nicht der ideale Weg.

Ich hoffe die Autorin liest diese Rezension nicht, denn das würde mir echt leidtun – gleichzeitig will ich offen und ehrlich sein und meine Meinung auch nicht verstellen, nur weil es eine deutsche Autorin ist. Ich denke, der Grundgedanke der Geschichte war gut, doch es hätte vielleicht noch ein paar Runden an Feinschliff gebraucht.


Fazit:

Insgesamt ist das Buch leider eine Enttäuschung für mich. Das erhoffte Sommerfeeling stellte sich nur bedingt bei mir ein. Hauptsächlich war mein Problem, dass ich nicht in die Geschichte fand und mich von Klischees und Stereotypen erschlagen fühlte. Mir war die Protagonistin zu kindisch und umauthentisch. Generell hätte ich mir mehr Finesse bei dem Zeichnen der Figuren und der Originalität der Geschichte gewünscht.


Vielen Dank…

… an den Piper Verlag und die Agentur Mainwunder für mein Exemplar!


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