Marigolds Töchter von Julia Woolf

Veröffentlicht: 3. November 2020 von Juliane

Marigolds Töchter
Julia Woolf
Sabine Schilasky
Familienroman
List Paul Verlag
November 2020
eBook
432
Here and Now

Klappentext: Marigold und ihr kleiner Shop sind der Mittelpunkt des Dorfes, bei ihr gehen alle ein und aus. Und sie liebt es, sich um andere zu kümmern, das weiß ihr Ehemann nur zu gut. Als beide Töchter wieder bei den Eltern unterschlüpfen und auch Großmutter Nan einzieht, ist Marigold in ihrem Element. Doch sie bemerkt schon bald, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Jetzt ist es Marigold, die Hilfe braucht.

Meine Meinung:

Nachdem ich den Klappentext von „Marigolds Töchter“ gelesen habe, hatte ich eine leichte Familiengeschichte erwartet von gescheiterten Träumen und einer Familie, die sich zusammenraufen muss. Tatsächlich aber habe ich eine dramatische, traurige und irgendwie ein bisschen hoffnungsgebende Geschichte bekommen. Da die Krankheit von Marigold auf dem Klappentext nur angedeutet wird, werde ich auch nicht spoilern, worum es sich handelt. Es ist keine seltene Krankheit, dafür aber eine, die sehr ernst ist. Zu der Krankheit hab ich schon Romane gelesen und Filme gesehen und irgendwie – auch wenn ich oder niemand in meiner Familie betroffen ist – bin ich sehr sensibel und es geht mir sehr nah.

Hier war es nicht anders. Gerade als die Krankheit mehr und mehr den Alltag (und den Roman beherrschte) musste ich schwer schlucken und ein, zwei Tränchen verdrücken. Ich fühlte die Verzweiflung und die Trauer der Personen als wären sie real. Zum Glück lesen wir nicht nur aus der Sicht von Marigold, sondern auch aus der ihrer Familie, besonders aus der von Daisy – ihrer Tochter, die nach dem Ende ihrer Beziehung aus Italien zurück nach Hause kam. Daisy war mein Lichtblick. Viiiielleicht ist ihre Geschichte und Werdegang etwas unauthentisch und fast zu perfekt. Sie scheint alles im Griff zu haben, immer richtig zu reagieren, ist eine talentierte Künstlerin und in der Liebe.. findet sie auch einen Weg. Dennoch war sie ein schöner Kontrast zu dem schweren Schicksal von Marigold.

Abgesehen von den beiden Personen überzeugte mich der Roman mit seinem tollen Setting in England – die großen Anwesen, das idyllische Dorf und die weiten Felder, die die Autorin beschreibt. Ich fühlte mich wie in das Setting hineingezogen. Generell schreibt die Autorin sehr einnehmend und flüssig, ich stolperte nie über Sätze oder musste Abschnitte wiederholen. Sie war sehr klar und schafft es auch, große Zeitsprünge (ein paar Monate) zusammenfassen, sodass man als Leser*in den Anschluss nicht verliert.

Wenn man einen unterhaltsamen, gute-Laune-Roman sucht, ist man bei „Marigolds Töchtern“ auf jeden Fall falsch. Es ist harter Tobak und nicht einfach über den „Verfall“ von Marigold zu lesen. Gleichzeitig kann ich den Roman wirklich empfehlen. Er ist so hoch-emotional und ich mochte die Figuren alle so sehr. Die Töchter von Marigold machen eine so schöne Entwicklung durch und das Ende ist trotz aller Dramatik doch auch schön und versöhnlich.


Fazit:

„Marigolds Töchter“ ist definitiv kein Roman, der locker und leicht zu lesen ist. Die ernste Krankheit von Marigold wird auf dem Klappentext nur angedeutet, beherrscht aber die gesamte Geschichte. Mir ging der Roman sehr nah und ich musste sogar ein paar Tränchen verdrücken. Trotz der traurigen Thematik hat mir das Buch sehr gut gefallen. Das Zusammenspiel der Familie, der Witz, die Tragik. Insgesamt ein stimmiger Roman für die kalte Jahreszeit, auch wenn man wirklich starke Nerven für die Thematik der Krankheit braucht.


Vielen Dank..

…an Netgalley für mein Rezensionsexemplar!

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