[Rezension] Angsthauch

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Angsthauch Book Cover Angsthauch
keine-
Julia Crouch
Krimi, Familie
489

Inhalt:

Das Leben von Rose scheint vollkommen: Mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern lebt sie in einem kleinen Cottage in England. Sie führt ein harmonisches Leben und versteht sich gut mit den Nachbarn. Dann bekommt sie die Schocknachricht: Der Mann ihrer besten Jugendfreundin ist in Griechenland verunglückt und gestorben. Sofort bietet Rose ihrer Freundin Polly an, zu ihr ins Cottage zu ziehen. Polly, die sowieso mit ihren zwei Söhnen zurück nach England wollte, nimmt das Angebot an. Zunächst sind alle außer Rose skeptisch. Doch bald ändert sich das. Denn ist Polly wirklich eine gute Freundin oder wird sie gar zur schlimmsten Feindin?

 

Meine Meinung:

“Angsthauch” fesselt den Leser mit seinem eigenen Charme. Mir hat es sehr gut gefallen, auch wenn ich etwas ganz anderes erwartet habe. Der Beginn des Buches ist ruhig und es wird eine Atmosphäre geschaffen. Der Leser lernt Rose und ihr Leben kennen. Ihre Beziehung zu ihrem Mann und ihren Kindern. Ich glaube, ohne diesen Part hätte das ganze Buch nicht funktioniert.

Denn als Polly, Rose’ Freundin aus Griechenland, auftaucht, merkt man, dass sich schleichend etwas ändert. Rose’ Wille, Polly als beste und hilfsbedürftige Freundin zu sehen, ist schon erstaunlich. Denn Polly regt nicht nur Rose’ Mann auf. Auch ich als Leser hätte Polly am liebsten im hohen Bogen aus dem Haus geworfen. Sie verhält sich unmöglich, vernachlässigt ihre Kinder. Punkte, die einfach nicht akzeptabel sind. An dieser Stelle konnte ich Rose – so sympathisch sie auch ist – einfach nicht verstehen. Zwanghaft will sie Polly aufpäppeln und allen zeigen, dass Polly ein guter Mensch ist.

Was sie nicht ist. Natürlich geht man an die Personen in diesem Roman sehr skeptisch heran, da man durch Aufmachung, Klappentext und Genre (Psychothriller) schon ahnt, dass hier nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Seit dem Anruf von Polly, in dem sie berichtet, dass ihr Mann bei einem Autounfall gestorben sei, war ich überzeugt, dass sie ihn umgebracht hat. Ich hatte die wildesten Theorien. Nicht nur um den Tod von Pollys Mann. Auch die Verhältnisse zwischen den Personen. Ich hätte keinen Pfifferling darauf verwettet, dass die Kinder von Rose und Polly wirklich von den “offiziellen” Vätern sind.

Aber Vermutungen hin oder her. Von den vielen Leichen im Keller, die ich erahnt hatte, gab es nur zwei, drei. Was überraschend war. Schon allein vom Cover her hätte ich mit mindestens einem Mord gerechnet. Schließlich gibt es die tote Frau auf dem Cover, die auf dem Meeresgrund liegt. Nachdem ich das Buch beendet habe, frage ich mich mehr und mehr, warum dieses Cover ausgewählt wurde. Habe ich etwas nicht mitbekommen? Meiner Meinung nach, ist das Cover sehr schlecht gewählt.

Sowieso passt der “Rahmen” dieses Buches nicht. Ich lese nicht oft Krimis oder Thriller, weshalb ich ziemlich dünnhäutig bin was Spannung anbelangt. Doch selbst ich hatte hier nie ein beklemmendes oder ängstliches Gefühl. Die Kategorisierung als Psychothriller passt meiner Meinung nach überhaupt nicht. Eher ist es eine Art Familiensaga, ein Roman über Rose und ihre Familie. Wie man sich in Freunden täuschen kann und in Situation gerät, die man nicht steuern kann.

Womit ich den Roman nicht abwerten möchte. Die Geschichte hat mich gefesselt. Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, der einen nicht loslässt. Man liest und liest und liest. Andeutungen sind oft zu finden, weshalb man ins Rätseln kommt. Wer, wie, was und warum. Die ganze Geschichte beginnt so klar und wird mit der Zeit komplexer. Polly ist eine Person, die ich bis zum Schluss nicht richtig durchblickt habe.

Dinge werden offen gelassen, was der Geschichte aber einen realen Touch gibt. Denn der Leser wird trotz akzeptablen Endes mit einem gewissen Beigeschmack zurückgelassen. Wie weit ging die Einbildung? Wie weit ging die Realität? Gerne hätte ich noch weiter gelesen. Oder den Roman aus der Sicht eines anderen. Trotz meiner Antipathie gegenüber Polly, würde ich gern die Geschichte aus ihrer Sicht lesen. Gern würde ich ihr Handeln verstehen.

Die Titelwahl finde ich übrigens super. “Angsthauch” beschreibt den Roman gut – die Angst wird nie greifbar, liegt dennoch wie ein Hauch von Angst in der Luft. Es zeigt sich, dass man oft auf sein Bauchgefühl hören muss und Dinge, die einem komisch erscheinen, sollte man beachten und die Gefühle nicht unterdrücken. Mit Rose habe ich in ihrer Geschichte mitgefiebert, als wäre sie eine reale Person. Die fast 500 Seiten ließen sich in einem Flug lesen. Insgeheim hoffe ich auf einen zweiten Teil, auch wenn es dafür vermutlich zu wenig Material und offene Fragen gibt.

 

Fazit:

Eine spannende Geschichte rund um eine harmonische Familie, die aus ihrem Gleichgewicht gebracht wird. Ein Hauch von Angst lag in der Luft, was diesem Roman so packend macht.

Empfehlenswert für Freunde von Familiensagas, weniger für Fans von Psychothrillern wie als Beispiel Stephen King sie schreibt.

 

Übrigens ist das Buch ein NaNoWriMo-Roman 🙂

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