[Rezension] Das Frostmädchen

Das Frostmädchen Book Cover Das Frostmädchen
Stefanie Lasthaus
Young / New Adult
Heyne
14. November 2016
Taschenbuch
399

Neve rennt. Sie fliegt. Bloß weg von Gideon, ihrem Ex-Freund.
Sie läuft in den Wald, trotzt der klirrenden Kälte und kämpft sich ziellos durch die Schneemassen - bis ihre Kräfte sie verlassen.

Sie hat Glück: Lauri, ein Künstler, der in einer Blockhütte im Wald seinen Urlaub verbringt, entdeckt sie und kann sie vor dem Erfrieren retten. In seiner Hütte pflegt er die verängstige Neve und versucht herauszufinden, was mit ihr passiert ist.

Doch dann geschieht etwas seltsames. Neve erkennt sich selbst nicht mehr. Sie hat Visionen und plötzlich macht ihr die Kälte nichts mehr aus.

 

Meine Meinung:

Es ist schwer, meine Gefühle und Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen. Und das leider nicht weil ich so begeistert von dem Buch bin. Zu keinem Punkt war ich von der Geschichte gefesselt und mehr als einmal hatte ich den Gedanken, es abzubrechen und nicht zu Ende zu lesen.

Beginnen wir mit dem Setting dieser Geschichte. Ein Wald. Eine Hütte. Eine kleinere Ansammlung von Hütten, die nicht näher beschrieben wird. Es ist die jetzige Zeit und die reale Welt – also keine Fantasyszenerie. Was mir lieber gewesen wäre. Denn meine Gedanken stellten sich immer wieder eine Fantasywelt vor und mir fiel es schwer, an die hiesige Welt zu denken. Warum?

Zum Einen wegen der Namen. Neve und Lauri. Nicht gerade alltägliche Namen, die einem täglich begegnen. Dann werden Smartphones erwähnt, aber meistens treten sie nur in Erscheinung, da nicht funktionieren. Auch in dem Dorf (Wohnanlage?!) gibt es wohl keinen PC mit Netz. Komisch für die heutige Zeit. Immerhin gibt es Strom 😉

Die Handlung ist für mich viel zu plump, langweilig und gleichzeitig unstrukturiert. Es gibt ständig Wiederholungen. Auf den ersten 150 Seiten kommt dieselbe Handlung ständig wieder vor. Es wird dramatisch aufgebauscht, doch hat mich kein Stück emotional gepackt.

      

A propos Emotionen. Schon im Klappentext wird die Liebesgeschichte zwischen Neve und Lauri angekündigt. Diese “besondere Verbindung”. Die “Geborgenheit”, die sie bei ihm spürt. Hat sie die gespürt? Wenn ja, der Leser hat davon nichts gespürt. Für mich war diese Liebesgeschichte völlig erzwungen und es kamen keine Gefühle bei mir an. Ich war emotional “detached”, so to say.

Und wer ist eigentlich Lauri? Genauer wird er leider an keiner Stelle im Buch dargestellt. Seine Hintergrundgeschichte wird nur angedeutet. So bleibt es eine eindimensionale Figur, die nur einen Anspielpunkt für Neve darstellt. Auch ihre Geschichte hat mich nicht sonderlich gepackt, aber sie war mir generell nicht sonderlich sympathisch.

Für mich war bis zum Schluss auch unklar, welche Art von Genre ich gelesen habe. Für ein Jugendbuch waren einige Szenen zu explizit, für ein New Adult Buch allerdings zu “lasch” und nebensächlich angerissen. Für welches Alter ist der Roman gedacht? Die Protagonisten sind beide Anfang 20. Doch habe ich vom Schreibstil her eher den Eindruck, dass die Zielgruppe jünger ist.

Der .. ähh … sagen wir mal spirituelle Teil war fast noch das Beste an dem Buch. Allerdings war es wieder nicht rund genug. Was erwartet Neve? Wie sieht ihre “Fähigkeit” konkret aus und welche Rolle spielen die anderen Personen, die in der Geschichte erwähnt werden?

Noch ein paar Punkte, die mich irritierten:

  • Wieso lässt die Autorin Neve Dinge gedanklich beschreiben, wenn danach Lauri die selben Beobachtungen laut ausspricht? Musste sie auf eine gewisse Anzahl Wörter kommen?
  • Giedons Schicksal?! What? Das hätte man echt schöner gestalten können. Um einiges. Viel zu plump!
  • Wölfe? WTF? Welches tieferen Sinn gab es hier? Eine Art Märcheneffekt?

Natürlich habe ich auch etwas nettes über das Buch zu sagen (unglaublich, aber wahr). Das Cover ist wunderschön! Wirklich. Das Mädchen auf dem Cover wurde toll fotografiert und inszeniert. Es ist ein stimmiges Bild und passt auch sehr gut zu der Geschichte.


Fazit:

Potential hat die Geschichte. Leider wurde es nicht erschöpft. Die Charaktere waren flach, die Handlung wiederholte sich ständig und bei der Liebesgeschichte fehlten die Gefühle. Schade! Denn das Cover ist so wunderschön!


 

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