[Rezension] Das Goldene Zeitalter von Roxanne Moreil und Cyril Pedrosa

Veröffentlicht: 4. Juni 2019 von Juliane

Das Goldene Zeitalter
Das Goldene Zeitalter #1
Roxanne Moreil und Cyril Pedrosa
Ulrich Pröfrock
Fantasy
Reprodukt Verlag
Juni 2010
Hardcover
228
L’âge d’or
… den Verlag!

Vom Verlag: Das Reich, das einst satt und wohlhabend war, wird seit dem Tod des Königs von Hungersnöten und raffgierigen Adligen geplagt. Tilda, die Tochter des verstorbenen Königs, will nach ihrer Krönung endlich durch Reformen die Not ihres Volkes lindern. Doch durch ein von ihrem jüngeren Bruder angeführtes Komplott wird sie ins Exil verdammt. Von mysteriösen Zeichen geleitet beschließt Tilda, mithilfe ihrer Verbündeten das Königreich zurückzuerobern. Auf ihrer Odyssee ist das Schicksal der Gefährten an “Das Goldene Zeitalter” gekoppelt, das mehr ist als eine längst vergangene Geschichte freier Menschen: Es ist ein vergessenes Buch, das die Macht hat, die Welt zu verändern… 

Meine Meinung:

Bei dem Cover ist es kein Wunder, dass ich genau deshalb auf den Comic aufmerksam geworden bin. Der Titel ist schon ansprechend, aber gerade die Zeichnung mit Prinzessin Tilda auf ihrem Pferd, in einer geheimnisvollen Umgebung an einem See, hat es mir angetan Auf dem zweiten Blick erst sah ich die Spiegelung von ihr, wo man sie in einer Rüstung sieht. Generell ist der Comic etwas für den zweiten Blick. Und damit meine ich nicht, dass er einem auf dem ersten Blick nicht gefällt. Nein, man entdeckt einfach so viel, wenn man genauer hinsieht und liest. So gibt es einerseits in den Zeichnungen viel zu entdecken – aber auch in der Geschichte selbst, kann man viel zwischen den Zeilen lesen.

Die Autoren bedienen viele Themen, die sie wunderbar in die Geschichte einfließen lassen. Da es in einem mittelalterlichen Setting spielt, erleben wir Könige und Bauern, reich und arm. Gerade mit der ersten Szene als wir Zeuge von einer Unterhaltung unter sehr armen Menschen werden, zeigt sich die Dringlichkeit und die Not sehr gut. Aber nicht nur das wird behandelt. Auch die Unterschiede zwischen Frauen und Männer. Beziehungsweise ist genau das ein Thema für den zweiten Blick. Frauen und Männer sollten gleich behandelt werden.

Dieser Comic ist feministisch! Hurra! Nicht nur Tilda ist eine fantastische Protagonistin, die voller Mut und Willensstärke ihr Land regieren will und die Bevölkerung vor der Armut retten will – sie zweifelt nie an ihrer Position. Ihr Augenmerk ist kein Mann, es gibt keine Romanze (braucht es auch gar nicht!), sie will Gerechtigkeit für die Menschen. Und sie kann kämpfen!

Hach, ich bin nun auf jeden Fall in “Team Tilda”!

Auch die anderen Charaktere stellen die Autoren toll dar. Manche sind sehr markant, sehr diskussionsfreudig – andere spiegeln extreeeem Klischees wieder, was aber wunderbar zu ihrer Rolle in der Geschichte passt. Generell die Geschichte ist auch ein Mix aus Klischee und Einzigartigkeit. Es gibt den Kampf von Gut gegen Böse, dennoch weichen die Feinheiten von dem Klischee ab. Es ist – ja, tatsächlich – ziemlich authentisch.

Keine Angst, die Geschichte ist nicht langweilig und ein dröger Fantasy-Epos. Hier gibt es eine Menge Witz und Humor – ABER es ist nicht klamaukig. An den richtigen Stellen wird die Geschichte wieder ernst. Es ist eine gute Abwechslung und Balance. Es ist spannend, unterhaltsam und mitreißend. Und dann kam das Ende. Das Ende hat mich extrem überrascht! Ja, ich wusste, dass es einer erster Teil ist, aber mit einem Cliffhanger habe ich nicht gerechnet. Vor allem nicht mit so einem! Es wird einfach alles auf den Kopf gestellt – und das kam ziemlich plötzlich!

Die Zeichnungen begeistern mich sehr. Die Autoren spielen mit Perspektiven, Farben und Ausschnitten. Ich mochte die “Zeitrafferseiten”, auf denen die Personen mehrfach vorkamen, und was somit zum Beispiel ihren Weg durch ein Dorf zeigten. Die Personen werden nicht wunderschön gezeichnet, aber auch nicht menschenfern. Die Zeichnungen sind eher realistisch, mit markanten Merkmalen.

Wirklich klasse! Ein so, so gelungenes Buch!


Fazit:

Mit dem Werk “Das goldene Zeitalter” konnten mich Roxanne Moreil und Cyril Pedrosa definitiv überzeugen. Ich mochte die Protagonistin Tilda mit ihrer eigenen Optik und ihrer festen Meinung und ihren Überzeugungen. Der gesamte Rahmen der Geschichte mit einem mittelalterlichen Setting und dem klassischen “Gut vs. Böse” Thema gefiel mir richtig gut! Der Cliffhanger am Ende macht mich fertig und ich muss unbedingt den nächsten Teil lesen!


Vielen Dank…

… an den Reprodukt Verlag für mein Rezensionsexemplar!


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