[Rezension] Der Verrat von Ellen Sandberg

Veröffentlicht: 20. Dezember 2018 von Juliane

Der Verrat Book Cover
Der Verrat
Ellen Sandberg
Familienroman, Thriller
Penguin Verlag
Januar 2019
Broschiert
480 Seiten
... den Verlag!

Nach 20 Jahren kommt Nane aus dem Gefängnis frei. Auf dem Papier hat sie ihre Schuld für den Mord verbüßt. Doch in Wahrheit kann sie damit nicht abschließen. Noch einmal muss sie mit Thomas reden. Doch dessen Frau, ihre Schwester, macht ihr einen Strich durch die Rechnung.

Nie wieder will Pia etwas mit ihrer Schwester Nane zu tun haben. Zu viel ist geschehen, damals vor 20 Jahren. Doch als ihr Mann Thomas krank wird, scheint es ein Auslöser zu sein und alles kommt wieder hoch. Die Schuldgefühle. Der Hass. Der Drang nach Rache.

Meine Meinung:

“Der Verrat” ist der zweite Roman von Ellen Sandberg, nach dem mega Erfolg von ihrem Debut „Die Vergessenen“. Bei mir schwirrte der erste Roman immer nur so am Rande meiner Aufmerksamkeitsblase entlang. Ich nahm ihn wahr, wusste aber zu wenig, um ein Interesse zu entwickeln. Als nun „Der Verrat“ bei mir eingetrudelt ist, las ich mir die Hintergründe durch und war sofort angefixt. Ellen Sandberg ist das Pseudonym einer bekannten und erfolgreichen Krimi-Autorin. Von ihr habe ich vor vielen Jahren bereits eine Reihe von Jugendthrillern gelesen, die im Arena Verlag erschienen sind.

Das Buch als Roman zu betiteln ist eigentlich schon zu wenig. Denn wir haben eine spannende Geschichte, die ich als Leihe in die Kategorie „Krimi ohne Ermittler“ packen würde. Den es gibt ein Mord und es gibt einen Täter. Doch die ganzen Umstände, die einen Mordfall zu interessant machen, muss man als Leser auch erstmal herausfinden.

Am Anfang war ich gar nicht mal so gefesselt von der Geschichte. Denn es gibt eine Menge Personen. Eine Menge. Und diese sind auf die unterschiedlichsten Arten miteinander verwandt / verbandelt. Ich konnte mir einfach nicht merken, wer wer war und wie mit wem zusammen gehört. Die Autorin hat viel Zeit darein investiert, die Personen einzuführen, ihre Geschichten zu erzählen und ihren Konflikt zu präsentieren. Das minderte meine Verwirrung leider nicht. Dann hatte ich die glorreiche Idee, mir selbst einen Stammbaum aufzuzeichnen und damit wurde es dann definitiv einfacher.

Nach gut 150 Seiten kannten wir auch endlich alle Personen und ich hatte das Gefühl, dass die Story so richtig losgeht und an Fahrt aufnimmt. Endlich war ich gepackt und ich spürte die Spannung! Ich mochte diese Art von Familiengeheimnis. Von Schuld. Von Rache. Diese starken Emotionen, die sich so hochgeschaukelt haben. Ellen Sandberg hat diese Entwicklung und den Klimax super gut dargestellt. Dieses Dilemma, in dem sich die Schwestern Nane und Pia befanden.

Bis zum Ende wuchs die Spannung stetig an. Die Hinweise und Aufdeckungen wurden geschickt platziert, sodass man als Leser gut miträtseln konnte und seine Vermutungen anstellen konnte. Umso weiter die Geschichte voran schritt hatte ich auch das Gefühl, dass wir mehr und mehr Mini-Cliffhanger bekamen. Abwechselnd wird der Roman nämlich aus der Sicht der verschiedenen Frauen berichtet. Wir erfahren immer einen Teil und dann zack – nächste Person. Teilweise war das echt böse! So kurz vor einer neuen Auflösung wechselt die Autorin zu einer ruhigen, gediegeneren Szene einer anderen Person.

Die Personen. Ja. Es sind alles irgendwie tragische Figuren, gerade die beiden Schwestern und die Schwägerin. Aus ihrer Sicht wird die Geschichte hauptsächlich erzählt. Ab und zu gibt es einzelne Szenen zweier jüngerer Frauen, die mir übrigens sehr sympathisch waren und ich hätte sehr gern mehr aus ihrer Sicht gelesen! Die drei Hauptpersonen mochte ich tatsächlich alle nicht. Ja, das machte mir zu Beginn auch sehr zu schaffen. Sie waren alle bösartig, unfreundlich und teilweise regelrecht unverschämt. Allerdings passten diese Charaktere sehr gut zu der Geschichte. Ich bin mir mittlerweile sicher, dass sie bewusst so dargestellt wurden. Deshalb rechne ich Charaktere der drei Frauen in meinem Gesamteindruck der Autorin positiv an.

Soooo, kommen wir zum Ende der Geschichte. WAS EIN ENDE! Wir wurden so detailreich und präzise auf die Auflösung geführt, und dann kommt das Ende so abrupt. Ich blätterte vor und zurück und suchte nach mehr. Es ließ mich wirklich etwas in der Luft hängend zurück. SO GERN hätte ich noch ein oder zwei Kapitel gehabt. Ich war so mitten in der Geschichte, dass ich nach dem Beenden erstmal einen Book-Hangover hatte. Der Roman hat definitiv ein Echo!


Fazit:

Eine spannende Geschichte über eine unglückliche Zusammenreihung von Geschehnissen, die zu einer folgeschweren Tat führte. Gewollt unsympathische, aber auch tragische Frauenfiguren irritierten mich zunächst, rundeten letztlich das Bild dieses toll konturierten Romans ab. Detailreich, durchdacht und böse. Plus: Ein perfektes Cover, das die Atmosphäre der Geschichte treffend darstellt.


Vielen Dank..

… an den Penguin Verlag für die Bereitstellung meines Rezensionsexemplars!


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