[Rezension] Die perfekte Lüge von Michelle Sacks

Veröffentlicht: 21. Mai 2019 von Juliane

Die perfekte Lüge
Michelle Sacks
Judith Schwaab
Psychothriller
btb Verlag
April 2019
Taschenbuch
381
You Were Made for This
… den Verlag!

Merry und Sam führen das perfekte Leben. Nachdem Sam seinen Job in den USA aufgegeben hat, ziehen sie nach Schweden – in ein Haus, dass er geerbt hat. Sie sind weit draußen, völlig für sich. Abgerundet wird ihr Glück noch durch ihren kleinen Sohn. Während Sam jeden Tag zur Arbeit aufbricht, bleibt Merry zuhause und kümmert sich um den Haushalt. Sie geht in ihrer Rolle auf, als Mutter und Hausherrin. Sie backt und putzt den ganzen Tag. Doch der Schein trügt, es brodelt unter der Oberfläche. Dann kündet sich Merrys Freundin Frank für einen Besuch an und die Situation spitzt sich zu.

Meine Meinung:

Ein Thriller, der in Schweden spielt. Perfekt! Zudem klangen schon beim Klappentext eine Menge Geheimnisse mit, was mich sehr neugierig machte. Zudem lese ich in letzter Zeit sehr gerne Bücher aus dem btb Verlag, weshalb ich dieses Buch lesen musste. Auch Cover und Titel sind ansprechend. Nun begann ich zu lesen und die ersten Seiten ließen mich schon aufhorchen. Die Autorin schafft es gut, diesen perfekten Schein darzustellen. Situation zu überspitzen und dennoch realistisch wirken zu lassen. Es dauert nicht lang und die ersten Abgründe taten sich auf.

Ich war überrascht, mit was die Autorin um die Ecke kam. Damit hatte ich nicht gerechnet und war ziemlich geschockt. Es ist gewalttätiger als ich gedacht hatte, und böser. Sowohl Sam als auch Merry sind definitiv keine Sympathieträger. Sam ist echt psychopathisch. Mit dem, was er tat und was er dachte. Denn wir lesen die Geschichte aus drei Perspektiven: Merry, Sam und später Frank. Die einzelnen Kapitel sind relativ kurz, zudem sind innerhalb der Kapitel die Abschnitte ebenfalls kurz – nie länger als eine Seite. Dadurch kriegt der Roman unglaublich Tempo, was meiner Meinung nach dazu führte, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Jedenfalls bekommen wir dadurch einen genauen Einblick in die Gedankenwelt der drei – und wenn ich schreibe, dass sich da Abgründe auftun, dann meine ich das auch so. Es ist übel und heftig, und ich bin froh, dass die meisten Menschen nicht so ticken. Sam ist eindeutig ein Psychopath und Merry unterstelle ich eine psychische Krankheit. Zudem ist Frank – auf die ich große Stücke gesetzt hatte, auch ziemlich abgedreht. Michelle Sacks zeigt auf, wie sich Menschen auch gegenseitig vergiften können. Wie sie sich mit Kleinigkeiten, Ungefallen und Unaufrichtigkeit in eine Spirale des Hasses und der Negativität begeben können.

Es ist eine Studie über die menschliche Psyche und überschreitet für mich eine Grenze. Denn wie man es bei einem Thriller fast erwarten kann, gibt es auch einen Mord. Und das war echt übel. Da ging mir das Buch echt zu weit und meine Begeisterung flachte leider etwas ab. Es wird auf die Spitze getrieben, was ich als ziemlich unrealistisch empfand. Gleichzeitig sorge ich mich, dass dort mehr Wahrheit drinsteckt als ich wahrhaben will. Denn es werden Forenbeiträge und Webseiten genannt. Es gibt sie. Diese Abgründe können real sein. Und das ist gruselig und bringt den „Thrill“ auf eine nächste Stufe.

Das Ende ist für mich stimmig, allerdings mochte ich es nicht. Gern hätte ich etwas … Harmonischeres gelesen. So war es sehr skurril und verstörend. Tatsächlich passt das natürlich gerade zur zweiten Hälfte des Thrillers. Wer sich diesem Psychothriller widmet sollte sich im Klaren sein, dass das starker Tobak ist und einen nicht so leicht loslassen wird.


Fazit:

Ein unglaubliches fesselndes Buch, das ich innerhalb weniger Stunden durchgelesen habe. Trotz eigentlich weniger Geschehnisse, hatte es mich durch Erzählstil und tiefen psychischen Abgründen total fasziniert. Die Thematik ist nicht ohne, und ich musste so manches Mal schlucken. Es ist kein schönes Buch, aber eins, was einen nicht so leicht loslässt. Das Ende hat mich leider ziemlich irritiert und ich hätte gern eine andere Auflösung der Geschichte gehabt.


Vielen Dank…

… an den btb Verlag und das Bloggerportal für mein Rezensionsexemplar!


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