[Rezension] Ein Leben lang lieben von Marissa Stapley

Veröffentlicht: 17. Februar 2019 von Juliane

Ein Leben lang lieben
Marissa Stapley*
Katharina Naumann
Familiengeschichte
Rowohlt Verlag
Februar 2019
Broschiertes Taschenbuch
352
Mating for Life
… den Verlag!

Jedes Jahr treffen sich die drei Schwestern Liane, Ilsa und Fiona gemeinsam mit ihrer Mutter Helen in einer einsamen Hütte an einem See. Sie sind alle sehr unterschiedlich, leben ihre eigenen Leben. Während Liane nicht richtig zu ihrer Beziehung stehen kann, träumt Ilsa von einem anderen Mann – und die scheinbar so glückliche Fiona macht eine Entdeckung, die ihre ganze Ehe in Frage stellt. In diesem Sommer ist alles anders. Die Schwestern, und auch Helen lernen die Liebe neu kennen und auch sich selbst.

Meine Meinung:

Dieser Roman hat mich wirklich und wahrhaftig umgehauen! Ich muss leider sagen, dass der Klappentext und auch meine Beschreibung dem Roman nicht gerecht werden. Denn es klingt nicht so vielschichtig und emotional wie es tatsächlich ist. Es klingt ehrlich gesagt nach Klischees über Klischees – aber diese werden hier nicht erfüllt. Auch das Cover zeigt nur einen Hauch der Geschichte. Eigentlich müsste es bunt sein, voller Farben, Menschen und Formen. Rund und eckig. Laut und leise. “Ein Leben lang lieben” ist mehr als eine weitere Liebesgeschichte.

Denn genau das macht diesen Roman für mich zu so einem Highlight: Die realistische und vielseitige Darstellung von Liebe! Dadurch, dass Marissa Stapley nicht nur die Geschichte einer Frau erzählt, erlebt man so viele Arten von Liebe. Nicht nur das schüchterne und so spannende Aufblühen einer Liebe, nein, auch Liebe, die seit vielen Jahren besteht und sich gewandelt hat. Was ist, wenn die frische Verliebtheit (aka Hormonparty) vergangen ist? Was ist, wenn man in seiner Beziehung an dem Punkt ankommt, an dem man sich eingestehen muss, dass die Liebe nicht mehr da ist? Wie lebt man damit weiter?

Das klingt ziemlich nach Drama und die Dinge, die in dem Buch passieren sind teilweise auch recht dramatisch – ABER das Lesen ist tatsächlich entspannt. Ich bin richtig in die Geschichte eingetaucht und las mit Genuss. Die Autorin berichtet die Geschehnisse unaufgeregt und entspannt. Das Leben geht weiter, es hängt nicht nur von einer Person ab. Auch wenn eine Liebe vergeht, heißt es nicht, dass man nie wieder lieben kann. Der Roman gab mir Vertrauen und Ruhe. So sagt Marissa Stapley auch, dass Liebe ist nicht immer perfekt ist, aber es dennoch Liebe sein kann. Es gibt Zweifel, aber der Wille ist das Entscheidende.

Ganz oft beim Lesen wurde mir richtig warm ums Herz und das Buch hat dadurch einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen bekommen. Es ist so schwer, es in Wort zu fassen, was es für mich ausmacht. Der Schreibstil, die Art zu erzählen, die Charaktere? Die Stärke der Frauen war in jedem Fall beeindruckend! Ich mochte es, wie sie ihren Weg fanden. Besonders Fiona ging mir unter die Haut, wie sie sich selbst eingestand, dass nicht alles perfekt ist und sich selbst aus dem Alltag zog. Wie sie so viel lernte über sich, ihren Mann und ihre Schwestern. Ach, als das Buch endete, wollte ich es nicht wahrhaben. Auch wenn das Ende wirklich zum Seufzen schön ist, wollte ich am liebsten noch mindestens 1000 weitere Seiten lesen.

Zu dem Erzählstil muss ich noch ein paar Worte verlieren. Denn auch der ist besonders: Wir lesen die Geschichte nicht nur aus einem Blickwinkel. Jedes Kapitel wechselt die Sichtweise, beginnend mit den Schwestern. Sie sind die Protagonistinnen, aber es gibt Randfiguren, die auch zu Wort kommen. So lernen wir Myra kennen, die in dem Ort lebt, die die Schwestern und Helen einmal im Jahr besuchen. Ihre Tristesse und ihr Ausbruch. Obwohl sie nur in diesem Kapitel zu Wort kam, beeindruckte mich auch das und trug zum Gesamtbild des Romans bei. Denn diese vielen Perspektiven geben dem Roman so viele Dimensionen – es funktioniert so gut! Dadurch, dass ich jede Figur so genau kennenlernte, fühlte ich mich der Geschichte noch näher und verbundener. Es war weder abgehakt, noch brachte es mich beim Lesen aus dem Takt. Es bereicherte mein Leseerlebnis!

Ich könnte noch so viel mehr schreiben, warum dieser Roman mir so ans Herz gegangen ist. Aber eigentlich sollte jeder selbst die Erfahrung machen. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und wünsche mir, dass sich viele auf die Geschichte von Marissa Stapley einlassen. Jeder Leser wird sich hier wieder finden, seinen Horizont erweitern und dankbar sein für die Liebe, die man im Leben hat. (Übrigens kann ich mir diesen Roman super gut als Film vorstellen und ich würde mich nicht wundern, wenn es vielleicht auch eine Verfilmung geben wird.)


Fazit:

Ein so wunderbarer Roman über die vielen Facetten von Liebe! Mir ging dieser Roman sehr ans Herz und ich fühlte mich beim Lesen so pudelwohl – und das, obwohl Marissa Stapley die Liebe sehr realistisch und nicht geschönt darstellt. Dieser Roman wird mir definitiv im Gedächtnis bleiben und ich kann ihm jeden empfehlen, der gelangweilt ist von 08/15 Liebesgeschichten. Ein Goldstück von Roman!


Vielen Dank…

… an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung meines Rezensionsexemplars!


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2 Kommentare

  • Yvonne 2. März 2019 at 18:13

    Das Buch klingt wirklich absolut nach einem Buch, in das ich mich auch verlieben könnte. Ich habe mir deinen Beitrag schon abgespeichert, aber deine Rezension hat mir noch mehr Lust auf das Buch gemacht. Hach, Dankeschön! 🙂

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