[Rezension] Falsche Nähe von Martin Krist

Veröffentlicht: 6. Juni 2019 von Juliane

Falsche Nähe
Martin Krist
Erotik Thriller
R&K
April 2019
eBook
213 (print)

Ellen ist am Ende: Sie dachte, sie hätte eine gute Ehe, doch dann stellt sich heraus, dass ihr Mann sie seit Monaten betrogen hat. Und nicht nur das, auch hat er ihr gemeinsames Vermögen so geschickt umgelegt, dass sie keinen Cent mehr bekommt. Sie weiß nicht wohin, weiß nicht, wie ihr Leben weitergehen soll. Dann wird sie eines Nachts auf dem Rückweg von einem Pub von ein paar Männern überfallen und angegriffen. Zum Glück ist die Polizei in der Nähe und kann sie vor dem schlimmsten bewahren. Besonders Detective Rick Warren sorgt sich um sie…

Meine Meinung:

Martin Krist kenne ich bereits durch „Hexenkessel“ und „Mädchenwiese“. Beide Bücher haben mir richtig gut gefallen und somit war ich total positiv eingestimmt, als ich mich an „Falsche Nähe“ wagte. Diese Geschichte ist etwas anders als die anderen beiden, denn hier handelt es sich um einen erotischen Thriller. Was ähnlich ist zu „Hexenkessel“: Die Länge. Denn „Falsche Nähe“ ist relativ kurz, und somit ein Schmankerl für Zwischendurch.

Ich muss zugeben, dass ich mich mit dem Beginn etwas schwer tat. Dadurch, dass wir verschieden Zeitebenen hatten und auch einen Perspektivwechsel, war ich etwas irritiert. Außerdem beginnt es mit einer recht – eindringlichen – Sexszene, die mir ehrlich gesagt nicht gefiel, da sie seeeehr plump beschrieben war. ABER es war der (betrügerische) Mann von Ellen, der hier diesen Akt erlebte, und somit war es auch ok, dass es so geschrieben war. Der Schreibstil an sich gefiel mir direkt wieder gut. Martin Krist schreibt sehr einnehmend und flüssig, die Seiten lesen sich fast von selbst.

Als die „richtige“ Geschichte endlich begann und wir aus Ellens Sicht lasen, fühlte ich mich wohler. Ich mochte sie und ihren Charakter. Die Szene im Pub, und generell die ganze Atmosphäre. Der Überfall war heftig, aber gut dargestellt. Ich spürte ihre Angst und Panik. Das sorgte ziemlich für Puls bei mir und ich hing an den Seiten. Generell ist der gesamte Thriller suuuper spannend. Tatsächlich las ich ihn in fast einem Rutsch durch.

Als der Detective auftauchte, wusste ich schon Bescheid, was passieren würde. Große Überraschungen in der Hinsicht gibt es nicht. Einen kleinen Plottwist hat sich der Autor allerdings für das Ende aufgehoben, was ich richtig gut fand (hätte nur gern etwas ausführlicher dargestellt werden können). Er erfüllte ziemlich die Klischees, genauso wie auch Ellen in die Klischeefalle tappte. Ihre „Zusammenkünfte“ waren um einiges besser als die Szenen zu Beginn. Auch wenn ich mich eeeetwas daran störte, dass ein männlicher Autor über die Bedürfnisse der Frau schreibt – 100% hat die Beschreibung nämlich nicht gepasst – ABER nur sehr selten werden Sexszenen in Romane realistisch dargestellt. Insofern war ich damit schon sehr zufrieden!

Der Fokus der Geschichte liegt klar auf dem Thrilleranteil, gern hätte ich mehr Erotik gehabt! Insgesamt ist der Thriller auf jeden Fall lesenswert und solide. Man sollte keine Ausnahmegeschichte mit tiefgründigen Charakteren erwarten. Wer aber mal Abwechselung und einen knackigen Eroktik Thriller für zwischendurch sucht, ist hier absolut richtig aufgehoben.


Fazit:

Martin Krist zeigt sein Talent für spannende, kurzweilige Geschichten. Auch mit „Falsche Nähe“ haben wir wieder einen fesselnden Thriller. Viel zu schnell ist die Geschichte vorbei und aufgeklärt. Gleichzeitig mag ich diese Kürze total gern. Für meinen Geschmack war der Erotikanteil für einen Erotik Thriller etwas zu gering und hätte mehr sein können. Insgesamt aber absolut empfehlenswert für Thrillerfans!


Vielen Dank…

… an den Autor Martin Krist für die Bereitstellung meines Rezensionsexemplars!

1 Kommentar

  • Tina 15. Juni 2019 at 17:01

    Hallo Juliane,

    der Autor begegnet mir öfter auf Instagram. Vielleicht, weil er ein Händchen für Vierbeiner hat, wer weiß. Seine Bücher habe ich bisher noch nicht auf dem Schirm, aber wie es aussieht, hat er einen packenden Schreibstil. Vielleicht komme ich einmal dazu mich selbst zu überzeugen.
    Danke für die Rezi.

    Liebe Grüße
    Tina

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