[Rezension] Gute Geister

Veröffentlicht: 6. Februar 2012 von Juliane

Dieser Artikel ist ein Import von Julianes Büchertruhe auf Blogspot.

Es wurde sich die größte Mühe gegeben die Inhalte so gut es geht zu übernehmen.

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Gute Geister Book Cover
Gute Geister
Kathryn Stockett-
Jugendbuch, Liebe, Krimi
608

Inhalt:

1960er Jahre in Mississippi. Skeeter, eine junge weiße Frau aus den “guten Kreisen”, kehrt von ihrer Uni nach Hause zurück. Sie merkt, dass sie sich mehr denn je von ihren Freundinnen Hilly und Elizabeth unterscheidet. Nicht nur, dass sie weder Mann noch Kind hat, nein, ihr Ziel ist es, Schriftstellerin zu werden.

Aibileen ist ein dunkelhäutiges Hausmädchen in Haushalt von Elizabeth. Sie kümmert sich um die kleine Mae Mobley und schmeißt den Haushalt. Ihre Freundin Minny ist ebenfalls Hausmädchen und arbeitet bei Hilly. Die beiden füttern mit dem Geld, dass sie bei den Frauen verdienen, ihre eigenen Familien durch. Und doch werden sie wie niedere Geschöpfe behandelt. Als Hilly die Kampagne startet, dass die Hausmädchen eigene Toiletten bekommen sollen, platzt nicht nur Aibileen und Minny die Hutschnur. Auch Skeeter erkennt die Ungerechtigkeit und beginnt einen Enthüllungsroman über Hausmädchen und ihr Leben zu schreiben, der großen Kreise ziehen wird…

Meine Meinung:

Selten findet man ein solch gutes Buch. Der Aufbau, die Geschichte, die Charaktere. Einfach ein so stimmiges Bild, dass es kein Wunder ist, dass der Roman mit Preisen ausgezeichnet wurde und sogar in kürzester Zeit mit tollen Schauspielern verfilmt wurde.

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Aus der Sicht von Aibileen, Minny und Skeeter. Besonders Aibileen und Skeeter sind mir sehr ans Herz gewachsen. Aibileens mütterliche, freundliche und ruhige Art hat mir gefallen. Und bei Skeeter mochte ich ihren wachen Verstand und ihre Stärke. Mit Minny hatte ich so meine Probleme, sie ist eine rebellische Person und legt sich mit jedem an. Bis zum Schluss war sie zwar unterhaltsam, aber gleichzeitig konnte ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen und sie irritierte mich eher.

Doch von Minny ließ ich mich nicht stören. Denn auch ihre Ansichten und ihre Verhalten trugen zu dieser wunderbaren Geschichte bei. Die Autorin hat es geschafft, die Realität mit so viel witzigen und bittersüßen Elementen auszustatten, dass diese Geschichte einzigartig geworden ist. Und obwohl sie eine gewisse Leichtigkeit in den Roman bringt, fehlt die Ernsthaftigkeit keinesfalls. Das Leben der Hausmädchen wird nicht geschönt dargestellt. Ihr Leben ist hart und das zeigt die Autorin. Ein dunkelhäutiger Mann, der von weißen Männern zusammengeschlagen wird und daraufhin erblindet, ist ein Beispiel dafür, dass sie die Brutalität und die Unfairness der damaligen Zeit nicht ausblendet.

Es formt sich ein Gesamtbild, das für jung und alt ein Erlebnis ist. Man lernt viel über die Zeit, die Begebenheiten und auch die Schattenseiten der “High Society”. Celias Schicksal ging mir auch sehr nah. Sehr traurig und berührend. Damals lebten nicht nur die Hausmädchen eingeengt in ihre soziale Rolle, auch die reichen Menschen hatten ihr Päckchen zu tragen (was natürlich nur bedingt vergleichbar ist).

Das Ende gibt Hoffnung. Ich mochte es, auch wenn es kein typisches Happy
End ist. Das heißt – in gewisser Weise ist es ein Happy End. Die
Befreiung ruft. Man fühlt als letztes ein tiefes Durchatmen.

Um dem noch eins drauf zu setzen: Auch der Schreibstil von Kathryn Stockett ist klasse. Diese Autorin sollte man sich merken. Sie schreibt flüssig, ohne große Satzkonstrukte und zeigt auch sehr schön die sprachlichen und stilischten Unterschiede zwischen den verschiedenen Personen. Die rund 600 Seiten vergingen wie Flug, das Buch lässt sich beinahe in einem Rutsch lesen.

Wie schon erwähnt, ist der Roman verfilmt worden. Zunächst war ich über die Wahl von Skeeter etwas verwundert, aber nachdem ich mir den Trailer mehrfach angesehen habe, bin ich doch zufrieden. Und auch die anderen sind super besetzt. Minny gefällt mir besonders gut, so habe ich sie mir vorgestellt! Hier der Filmtrailer:

Wer den Roman bisher noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen! Und ich werde mir schleunigst den Film ansehen 🙂

 

Fazit:

Eine wunderbare und berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt, unterhält und viel über den Amerikanischen Süden lehrt. Charaktere, die überzeugen und der Geschichte eine Tiefe geben, sodass es sich anfühlt, als würde man die Personen schon ewig kennen.

6 Kommentare

  • Sara 13. Februar 2012 at 21:23

    Bin gerade eben erst auf deinen Blog gestoßen. 🙂 Eine wirklich tolle Rezension, das Buch hört sich auf jeden Fall ziemlich interessant an (der Trailer zum Film im Übrigen auch). Werde "Gute Geister" mal auf meine Wunschliste setzen und mir vielleicht auch bald den Film anschauen. 🙂

    Reply
    • Juliane 14. Februar 2012 at 17:25

      Liebe Sara,

      vielen Dank! 🙂 "Gute Geister" ist auf jeden Fall sehr lesenswert. Den Film kenne ich *immer* noch nicht, aber der Trailer gefällt mir auch richtig gut 🙂

      Liebe Grüße 🙂

      Reply
  • Petra 19. Februar 2012 at 18:11

    Liebe Juliane,
    deine tolle Rezi hat mich davon überzeugt, das Buch jetzt vielleicht doch mal zu lesen.
    Setzt es auf jeden Fall auf meine Liste!
    Liebe Grüße
    Petra

    P.S: Würde mich auch freuen, wenn du Leser von meinem neuen Blog werden würdest. Ich hab mich nach langem überlegen doch dazu entschlossen auch über Bücher zu schreiben.
    http://dieliebezudenbuechern.blogspot.com/

    Reply
    • Juliane 20. Februar 2012 at 18:50

      Danke, liebe Petra! 🙂
      Das Buch ist wirlich toll und gehört in jedes Bücherregal!

      Klar, sehe ich mir deinen Blog an – folge ich dir nicht schon längt?

      Liebe Grüße!

      Reply
  • goDiva 22. Februar 2012 at 23:27

    Oh, oh, oh diesen Film muss ich sehen, genauso wie das Buch lesen!

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