[Rezension] Krokodilwächter von Katrine Engberg

Veröffentlicht: 17. Dezember 2018 von Juliane

Krokodilwächter Book Cover
Krokodilwächter
Ermittlerteam Kørner & Werner #1
Katrine Engberg
Krimi / Thriller
Diogenes
März 2018
512
Ulrich Sonnenberg
Krokodillevogteren

Gerade mal Anfang 20 ist Julie, als sie auf brutale Art und Weise in ihrer eigenen Wohnung ermordet wird. Kannte sie den Täter? Warum verschnitt er ihr Gesicht?

Die Ermittler Anette Werner und Jeppe Korner beginnen sich umzuhören, bis sie eine erschreckende Entdeckung machen: Die Vermieterin hat ein Manuskript verfasst, das genau den Mord an Julie beschreibt. Doch sie schrieb die Zeilen weit vor der Tat...

Meine Meinung:

Hätte ich die Autorin nicht kennengelernt, hätte ich vermutlich nie diesen Krimi gelesen.

Auf der Buchmesse gab es ein Bloggertreffen von dem Diogenes Verlag und mit dabei waren zwei Überraschungsgäste. Einer davon war Katrine Engberg, die Autorin von dem Thriller “Krokodilwächter”. 

Meine Assoziation war tatsächlich auf den ersten Blick (ich habe noch nie vorher von dem Buch gehört), dass es um Tiere geht. Dabei wusste ich nicht einmal, dass der Krokodilwächter ein Vogel ist. Dieser lebt übrigens im Maul von Krokodilen und ernährt sich von den Essenszeiten – dadurch hält er die Zähne der Krokodile sauber – die Natur ist eben mega praktisch! (Ihr müsst euch unbedingt Bilder von den Vogel ansehen, was eine Süßheit!)

Jedenfalls hat mich Cover und Titel auf einen ziemlich falschen Pfad gebracht. Es geht nämlich nur im übertragenen Sinn um einen Krokodilwächter (das wird zum Ende hin im Buch selbst erklärt).

Katrine Engberg erzählte von ihrem Roman, erzählte von der Handlung, von dem Ermittlerduo; und mit so einer Begeisterung von dem Schauplatz: Kopenhagen. Wenn man ihr zuhört, mich welcher Leidenschaft sie ihre erschaffenen Figuren beschrieb, konnte man gar nicht anders, als neugierig zu werden.

Am selben Abend begann ich noch den Krimi zu lesen.

Ich schreibe hier bewusst “Krimi”, da ich generell die Geschichte nicht als “Thriller” empfand. Es ist spannend – ja. Aber es ist eine klassische Ermittlung und Täterraten, ohne den heftigen “Thrill” / Nervenkitzel.

Tatsächlich brauchte ich ein paar Seiten, um in die Story zu kommen. Es wurde nur sehr langsam die Geschichte aufgebaut – so wusste ich ja bereits vom Klappentext, dass die Vermieter dieses Manuskript geschrieben hat. Das hätte man doch echt etwas früher erwähnen können als nach 150 Seiten. Ich wartete regelrecht darauf.

Das Manuskript wird übrigens in Ausschnitten gezeigt – nicht die blutigen Beschreibungen, nein, hier wird die (Vor-)Geschichte von Julie beschrieben. Das gefiel mir richtig gut, denn so konnte man noch einiges über unser Mordopfer erfahren, die ja von Beginn an direkt tot war.

Nachdem die Geschichte etwas schleppend begann und dann einen kleinen Hänger hatte, passierte endlich noch etwas, dass Spannung in die Geschichte brachte. Nun ging es gefühlt richtig los. Es gab mehrere Verdächtige, ich hatte (wie so oft) tausend Theorien und wollte einfach nur wissen, wie das alles zusammenhing.

Hauptsächlich folgen wir Leser zwei Personen: Jeppe Korner und Esther De Laurenti.

Jeppe ist einer der beiden Ermittler und hat große emotionale Schwierigkeiten. Seine Angstattaken und schwache Konstitution ist ein ständiges Thema, das auch ziemlich gut dargestellt wird. Seine Verzweiflung war spürbar und die Situation mit seiner Frau.. ach..

Esther De Laurenti ist die Vermieterin von Julie, die das Manuskript geschrieben hat. Auch sie ist ein Schatten ihrer selbst. Sie ist süchtig und hoffnungslos. Mit ihr gemeinsam gehen wir während der Geschichte eine Entwicklung durch. Ihr innerer Kampf hat mir besonders gut gefallen. Auch ihre Abgründe und Abstürze waren so real und dramatisch beschrieben, dass ich nur so an den Zeilen klebte. Ihr persönliches Ende der Geschichte war sehr rührend.

Zusammenfasst haben wir drei Geschichten in einer: Esthers Coming of Age, Jeppes Drama und die Aufklärung an Julies Mord. Und da muss ich sagen, dass Esthers und Jeppes Geschichte den Mord fast in den Hintergrund stellten.

Ich wünschte, Anette Werner wär noch präsenter gewesen. Sie war die Anspielpartnerin von Jeppe, aber so richtig warm geworden bin ich nicht mit ihr. Ich hoffe, dass sich das in dem nächsten Fall der beiden (“Blutmond” – erscheint im März!) ändern wird. Katrine Engberg hat zumindest schon Andeutungen gemacht.

Der Mord und die Ermittlungen waren gut strukturiert, gut aufgebaut und die Hinweise so geschickt platziert, dass ich als Leser bis zum Schluss nicht wusste, wer denn nun der Mörder war. Ich mochte das rätseln und überlegen, wer mit wem wie verbündet sein könnte.

Geheimnisse aus der Vergangenheit spielten eine Rolle und davon bin ich immer ein Fan! Ich liebe es, wenn nicht nur die Ist Situation relevant ist, sondern das ganze Leben einen Einfluss hat. Und die Geschichte, die Katrine Engberg gesponnen hat, war große Klasse. Die Geschehnisse und Aufdeckungen waren gut positioniert und abgestimmt (außer der langatmige Beginn – was war da los?).

Der Schauplatz Kopenhagen, mit seinen dunklen Gassen und den Gewässern, war ein spannender Ort für einen Krimi. Ich war selbst schon mehrmals in Kopenhagen – doch tatsächlich kenne ich nur die Sonnenseiten der Stadt. Gerade das Theater würde ich gern mal besuchen und mir den großen Kronleuchter ansehen!

Tatsächlich gibt es laut Autorin Krokodilwächter Touren durch die Stadt, bei denen man an die Schauplätze geführt wird. Also bei dem Theater wär ich dabei… bei allem anderen eher nicht 😉

Ich freue mich schon auf den Folgeband “Blutmond”, auch wenn ich mich noch etwas gedulden muss. Katrine Engberg werde ich definitiv im Auge behalten!


Fazit:

Katrine Engberg hat mich mit ihrem Krimi Debüt komplett überzeugt. Auch wenn die Geschichte etwas brauchte um mich zu fesseln, war ich zum Schluss voll dabei nach dem Täter zu suchen. Überraschend gute Geschichte und Auflösung! Auch das Ermittlerduo gefällt mir gut, selbst wenn Anette noch etwas im Hintergrund blieb.


Danke an…

…den Diogenes Verlag für die Bereitstellung meines Rezensionsexemplars!


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2 Kommentare

  • Elizzy 17. Dezember 2018 at 15:50

    Liebe Jane, ein super toller und interessanter Beitrag!
    Hab einen tollen Wochenstart!

    Reply

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