[Rezension] Prinzessin oder Erbse?

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Prinzessin oder Erbse Book Cover Prinzessin oder Erbse
/
Jana Voosen
Chick-Lit, Unterhaltungsroman
346

Inhalt:

Fanny ist Autorin, doch leider liest – außer ihrer Familie und Mitbewohnerin Julia – niemand ihre Bücher. Sie hängt den Job an den Nagel und fängt in der Presseabteilung der Telenovela „Liebe à la carte“ an. Dort begegnet sie dem heißbegehrten Hauptdarsteller David Mory. Auch sie selbst ist hin und weg! Allerdings soll er mit seiner Kollegin Nadja liiert sein. Und dann ist da noch Fannys Chef, der ihr verboten hat, sich in David zu verlieben…

 

Meine Meinung:

Das Buch ist ein leichter und frischer Roman und als Sommer-/ Strandlektüre perfekt geeignet. Es besteht aus einer Brise Liebe, einem Hauch Realität und einer Menge Witz.

Fanny ist symapthisch. Sie ist Anfang 30 und hat ihr Traum ist es, eine Bestseller-Autorin zu werden. Allerdings will ihre Literaturagent nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten. Sie verbrennt ihr neustes Manuskript und löscht sogar die Datei auf dem PC. Oft kam mir Fanny etwas zu teenie-haft vor. Sie war sehr naiv, leichtgläubig und oberflächlich dargestellt worden. Von einem Selbstbewusstsein keine Spur, aber das ist noch relativ realistisch, nach ihrer Pleite mit ihren Romanen.

Die anderen Personen um sie herum waren nett. Über sie gibt es nicht viel zu sagen. Es gibt keine großen Charaktere in dem Roman. Es ist die nette, leicht verrückte Mitbewohnerin. Die nervenden Eltern, die es nur gut meinen. Und der hinreißende Typ, dem jede Frau wegen seines Aussehens verfällt, der dann urplötzlich beginnt, mit Fanny zu flirten. Eine richtige Verbindung habe ich mit keinem der Personen aufgebaut. Auch die pseudo-schlimmen Geheimnisse mancher Personen fand ich eher kontruiert und unpassend, als tragisch und charakterprägend.

Schade, dass in dem Roman keine Bilder abgedruckt waren, denn David Mory muss ja wirklich richtig gut aussehen! Scheinbar der (fast) einzige Grund, warum Fanny sich überhaupt in ihn verliebt. Ansonsten war er schon etwas charmant, aber abgehoben hat er sich von anderen Charakteren nicht wirklich.

Ingesamt war mir die ganze Geschichte zu oberflächlich, ein richtiges Gefühl kommt nicht herüber. Man liest den Roman in einem weg, ohne, dass man wirklich eine Gefühlsachterbahn durchläuft. Die “Problemchen”, die sich hier auftun, sind lächerlich. Dann gibt es drei Seiten lang mal Streit und die nächsten drei Seiten ist es dann wieder Friede, Freude, Eierkuchen.

Das klingt alles sehr negativ, dabei ist das Buch nicht schlecht. Es sind viele, viele witzige Szenen dabei. Situationskomik kann Jana Voosen toll schreiben. Auch für Dialoge hat Jana Voosen ein Händchen. Sie sind sehr rasant und unterhaltsam. Oft bringen sie einem zum Kichern.

Hätte sich die Autorin nicht ständig auf die Liebe von Fanny zu David konzentriert, sondern auch mal auf andere Beziehungen oder Fannys Leben außerhalb der Liebe, wäre das Buch sicherlich um einiges interessanter geworden. Denn so war der Plot ist seeeehr einfach gestrickt. Gegen Schema F habe ich an sich nichts, aber hier hätte man wirklich noch den einen oder anderen Twist einbauen können. So wurde – gerade zur Mitte des Buches – das ganze Geschehniss langweilig.

Aufgelockert wurde die Story immer mal wieder durch Fannys Einsatz als Undercover-Fan in einem Fan-Chat der Telenovela. Sie streut die PR-Geschichten für die Hauptdarsteller und man kann die Schwämerei der anderen Fans verfolgen. Das finde ich sehr erfrischend, es ist eine Auflockerung des Romans und peppt die ganze Geschichte noch etwas auf.

Zum Cover: Es ist einzigartig. In jedem Fall ist es ein Blickfang. Das Meerschweinchen ist nun wirklich kein Motiv, das man oft auf Chick-Lit Büchern findet. Und um das Geheimnis um das Meerschweinchen zu lösen: Fannys Haare haben gern mal die Frisur eines Meerschweinchens. Ob das gleich ein Grund ist, das Tier auf das Cover zu setzen, weiß ich nicht, aber es erregt Aufmerksamkeit, was immer gut ist. Süß finde ich die vielen kleinen Erbsen. Sie sind glänzend auf das Cover gedruckt wirken fast wie Perlen.

Auch den Titel finde ich sehr gut gelungen: Prinzessin oder Erbse. Die Assoziation zu dem Märchen taucht sofort auf. Und man weiß gleich woran man ist: Eine moderne, fast märchenhafte Geschichte, in der es um Liebe geht. In dem Roman ist der Titel aufgegriffen, denn Julia (Fannys Mitbewohnerin) sagt Fanny ganz klar: Sie soll sich entscheiden, ob sie die Prinzessin sein will, die jeder Mann gern im Bett hätte; oder die Erbse, die ihm den Schlaf raubt und er gern los wäre.

In dem Buch finden sich im Rahmen des Fan-Chats mehrere Links. Mal ein Link zu einem YouTube Video oder zu einem Artikel der von der Autorin erfundenen Tageszeitung “Das Blatt”. Leider funktioniert keiner der Links. Schade! Wenigstens auf YouTube hätte man ja den Buchtrailer hinterlegen können 😉 So war es doch schon enttäuschend. Wieso schreiben sie die kompletten Links in den Roman, wenn doch keiner online ist?

 

Fazit:

Mir gefiel das Buch recht gut. Es war ganz nett für Zwischendurch und witzig, mehr leider aber auch nicht.

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