[Rezension] Rainbirds von Clarissa Goenawan

Veröffentlicht: 19. April 2019 von Juliane

Rainbirds
Clarissa Goenawan
Sabine Lohmann
Erzählung
Thiele Verlag
März 2019
Hardcover
364
Rainbirds
… den Verlag!

Ren Ishido ist schockiert als er von dem plötzlichen Tod seiner Schwester erfährt. Da er gerade seinen Abschluss an der Universität in Tokio gemacht hat, reist er kurzum nach Akakawa, wo seine Schwester bis zuletzt als Lehrerin arbeitete. Er bekommt mit, dass seine Schwester nicht auf natürlichem Wege gestorben ist, doch ist unklar, wer ein Motiv gehabt haben könnte. Ren bleibt dort. Beginnt sogar an der Schule seiner Schwester zu unterrichten und taucht ab in ihre Welt. Ren lernt ganz neue Facetten seiner Schwestern kennen, die ihn überraschen und entsetzen.

Meine Meinung:

Ich bin ehrlich: Bisher habe ich meist einen Bogen um japanische Literatur gemacht. Das mag daran liegen, dass ich bisher recht wenig aus Japan gelesen habe, und das was ich gelesen habe, mir nicht gefiel (ich sag nur Murakami… überhaupt nichts meins). Doch dann erreichte mich ein tolles Überraschungspaket aus dem Thiele Verlag mit dem Roman “Rainbirds”. Die Verlegerin lobt das Buch in den höchsten Tönen und ich muss sagen, dass mich auch der Klappentext ansprach.

Schon die erste Seite gefiel mir gut. Direkt wird ein Eindruck für die gesamte Geschichte gesetzt. Es beginnt mit der spannenden Geschichte um den mysteriösen Tod der Schwester und auch zeigt die Autorin direkt, wie sie schreibt. Denn ihr Schreibstil ist es, der für mich gleichzeitig Highlight und Lowlight ist. Ja, dieses Buch sorgt für einen inneren Konflikt bei mir.

Denn einerseits ist der Schreibstil sooo schön fließend und fast poetisch. Die Worte sind so gewählt und wirken wie komponiert. Man verliert sich beim Lesen und merkt nicht, wie die Zeit vergeht. Ich hätte ewig weiterlesen können und war gefangen von den Worten von Clarissa Goenawan. Und gleichzeitig machte mich das auch verrückt. Denn diese ruhige Art, die im Einklang war, passt oft nicht zu den Geschehnissen.

Dort ging es um Tod – ja um Mord, um Betrügereien und psychische Krankheiten. Ren macht Entdeckungen, die wirklich nicht ohne sind. Allerdings wurde das nicht in dem Erzählstil reflektiert. So war ich mir manchmal nicht sicher, ob dies oder jenes wirklich gerade passiert war oder nicht. Genau dieser Widerspruch von Ton und Inhalt verunsicherte mich – wobei es mich gleichzeitig auch faszinierte.

Also wenn dieses Buch eins ist, dann besonders. Sowohl die Geschichte als auch die Erzählung. Ich behalte die Autorin auf jeden Fall im Auge und hoffe, dass sie noch weitere Werke verfasst (denn “Rainbirds” ist ihr Debüt!). Was mir sehr gefiel war das Setting in der fiktiven Stadt Akakawa. Ich hatte den Eindruck, dass es den Alltag von japanischen jungen Menschen der gut darstellte. Gerade das Schulsystem und wie ein Tag gegliedert war. Definitiv erweiterte der Roman meinen Horizont!


Fazit:

“Rainbirds” hat mich mit einer ruhigen und fast schon poetischen Art überzeugen können. Ich mochte es, in die japanische Kultur abzutauchen und das Leben dort besser kennen zu lernen. Für mich hätte es bei dem brisanten Thema gern mehr Action geben können, denn obwohl die Geschichte an sich sehr heftig ist, war die Gedankenwelt von Protagonist Ren sehr beherrscht und still.


Danke an…

… den Thiele Verlag für mein Rezensionsexemplar!


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1 Kommentar

  • Tina 20. April 2019 at 10:39

    Liebe Juliane,

    Das Buch liegt auch noch auf meinem SUB und wartet sehnsüchtig darauf, von mir gelesen zu werden, und nach deiner Rezi habe ich schon ein ganz großes bisschen mehr Lust! Als Fan asiatischer Literatur war diese Neuerscheinung natürlich ein Muss für mich und ich freue mich jetzt umso mehr, dass das Buch bereits parat liegt. 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

    Reply

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