[Rezension] Maybe Someday 

Maybe Someday Book Cover Maybe Someday
Maybe #1
Colleen Hoover
Young Adult
dtv Verlag
März 2014
Taschenbuch
432
nur eine Frage der Zeit

Abends sitzt Sidney am liebsten auf dem Balkon und lernt - na gut, eigentlich beobachtet sie ihren Nachbarn Ridge, der auf der anderen Seite des Hofs auf der Gitarre spielt. Mehr als Blicke und ein paar harmlose Nachrichten tauschen sie nicht aus.

Doch als Sidney ihren Freund mit ihrer Mitbewohnerin erwischt und sie wutentbrannt die Wohnung verlässt, bietet Ridge ihr eine Unterkunft. Für eine Nacht, für eine zweite ... sie beiden teilen die Liebe zur Musik, finden in sich ihre Muse und müssen trotzdem die Distanz waren. Denn Ridge hat eine Freundin und diese hütet ein Geheimnis, weshalb er sie nie verlassen kann.

 

Meine Meinung:

Wirklich süß! Es ist schon ein paar Tage her, dass ich das Buch gelesen habe und noch immer denke ich “Awww” bei der Erinnerung daran.

Colleen Hoover erinnert mich ein wenig an Sarah Dessen, deren Bücher ich eine Zeit lang verschlungen habe (ich habe bestimmt fünf Bücher hintereinander von ihr gelesen 🙂 ) – denn auch hier sind die Geschichten sehr individuell und nicht auf der Mainstreamwelle a la Dreiecksbeziehung und Mädchen kann sich nicht zwischen zwei heißen Typen entscheiden.

Die Geschichte hat mit Ridge einen interessanten Hauptcharakter. Er hat eine Eigenschaft, die die Kommunikation zwischen ihm und Sidney sehr besonders macht – die ich an dieser Stelle aber nicht verrate. Gleichzeitig hat Colleen Hoover ihm eine tragischen Vergangenheit gegeben, die ich einfach zu krass und unrealistisch finde. Weniger wäre hier mehr gewesen. Ein Mensch kann auch ohne schlimme Kindheit liebenswert sein. Gerade Ridge mit seinem sorgfältigen und zarten Worten.

Ansonsten finde ich gut, wie sehr Sidney und Ridge im Zentrum stehen, wie die Geschichte aufgebaut und geschrieben ist. Der Schreibstil ist so angenehm, der Roman liest sich flüssig und man kann kaum stoppen. Immer wieder gibt es neue Geheimnisse zu entdecken, die man vorher nicht erahnt hat.

Im Gegensatz zu dem Ende. Ja, man weiß am Beginn schon wie die Geschichte endet (jedenfalls grob), aber mir ist das egal. Der Weg dahin ist entscheidend und ist hier sehr süß beschrieben. Ich muss nur sagen, dass der Showdown, bzw. die schlussendliche Problematik zu einfach aufgelöst wurde. Hier wurde der Fokus auf den falschen Konflikt gelegt. Verschleiert gesagt: Maggies Part ist unrealistisch. Viel. Zu. Sehr.

Sehr besonders ist der Soundtrack zu der Geschichte. Ja, ein Soundtrack! Denn die Autorin hat mit dem Sänger Griffin Peterson zusammen gearbeitet und alle in dem Roman benannten Songs gibt es tatsächlich. Es wird empfohlen, die Songs zu hören während man den jeweiligen Part des Buches liest – was bestimmt wunderbar funktioniert.

Allerdings lese ich meist in der Mittagspause an der Arbeit, im Bus oder abends im Bett. Wenn ich entweder mein Datenvolumen nicht für YouTube Videos aufbrauchen will oder meine Umwelt nicht stören will. Im Bett abends konnte ich der Musik lauschen und sie ist echt sehr passend. Gerade “Maybe Someday” ist sehr gefühlvoll und ich kann mir die Szenen von Sidney und Ridge gut visualisieren.

 

Ohne die Musik ist es schwierig so viele Songtexte im Roman zu lesen. Ehrlich gesagt: Ich überfliege sie. Musik ohne Musik funktioniert für mich nicht. Es langweilt mich. Die Gefühle sind klar, der Text der Songs wiederholt sie nur. Natürlich ist es mit der Musik, der Gitarrenklänge und der emotionalen Stimme etwas ganz anderes. Eine CD als Add-On für das Buch oder die Möglichkeit, die Songs herunterzuladen wäre eine tolle Lösung gewesen.

Die Charaktere rund um Sidney und Ridge herum sind weniger tief beschrieben und erfüllen eher Klischees. Der leicht verpeilte, aufdringliche und gleichzeitig total sympathische und loyale Mitbewohner. Die Bitch, die eigentlich nur eine Anspielpartnerin für den Mitbewohner ist, damit er nicht in Konkurrenz zur männlichen Hauptperson steht. Und der Vollarsch von Ex-Freund, der sich einfach so blöd verhält, dass sie gar nicht in Versuchung kommt, ihm zu verzeihen.

Aber all das ist eigentlich ziemlich egal. Denn die Romantik von Sidney und Ridge ist allgegenwärtig. Die Spannung zwischen den beiden ist immerzu zu spüren und Colleen Hoover hat so viele süße Szenen geschaffen. Die vielen Nachrichten, die sie sich schrieben… einfach zuckersüß!


Fazit:

Eine sehr schöne Erzählung über zwei junge Leute, die durch die Liebe zur Musik auch die Liebe zu einander finden.

Der dazugehörige Soundtrack ist Segen und Fluch zugleich – Liedtexte im Roman sind nicht angenehm zu lesen. Den Song zu hören und die Gedanken zu der Geschichten schweifen zu lassen ist umso schöner.

Die Nebencharaktere sind blass, dafür sind die Hauptcharaktere sehr vielseitig dargestellt. Ingesamt sehr empfehlenswert, gerade für jüngere Leser.


Es gibt ein Spin-Off zu dem Buch, das “Maybe Not” heißt und Warrens Geschichte erzählt:

https://www.goodreads.com/book/show/23587984-maybe-not


Wenn ihr “Maybe Someday” antesten wollt, lest euch die Leseprobe durch, die es auf der Webseite des dtv Verlages gibt.


 

6 Antworten auf „[Rezension] Maybe Someday “

  1. Guten Morgen liebe Juliane,
    Ich finde es immer wieder witzig und spannend, wie unterschiedlich man ein Buch emfinden kann. Ich fand Ridges Vergangenheit nämlich gar nicht unrealistisch und liebte die Songtexte in dem Buch. 🙂

    Hast du vor, weitere Bücher von Colleen Hoover zu lesen?

    Liebe Grüße
    Maike

  2. Hej Maike!

    Das stimmt – aber ist ja auch gut so! Und das macht Rezensionen auch umso spannender 🙂

    Auf jeden Fall will ich noch weitere Bücher von ihr lesen. Hast du eine Empfehlung?

    Liebe Grüße
    Juliane

  3. Hallo Juliane,

    dieses Buch liegt noch auf meinen “muss ich unbedingt dieses Jahr noch lesen” Stapel. Ich bin gespannt wie es mir gefällt, eigentlich mag ich Songtexte im Buch, so lange nicht so wahnsinnig viele drin sind, denn es fällt auch mir manchmal schwer mich dann auf Songtexte einzulassen ohen die Musik dazu zu hören.
    Ich liebe das Buch Weil ich Layken liebe. Falls du das von ihr noch nicht gelesen hast. Ich mag den Poetryslam da drinnen so gerne 🙂

    Liebe Grüße
    Corinna

  4. Hallo liebe Juliane,
    ich kann Corinna da nur zustimmen: “Weil ich Layken liebe” ist sehr toll. Mein Lieblingsbuch der Autorin ist jedoch “Love & Confess”. Bis jetzt. Nächsten Monat kommt ja schon das nächste Buch von Colleen Hoover raus und ich bin sehr gespannt. 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Maike

  5. Hallo Corinna!

    Keine Sorge, die Songtexte sind nicht sehr lang – du kannst ja auch schon einmal in die Songs reinhören, die sind echt schön 🙂

    Poetryslam! Das klingt ja toll – das muss muss ich wohl wirklich als nächstes von Colleen Hoover lesen!

    Schönes Wochenende und liebe Grüße
    Juliane

  6. Hi Maike!

    Von dem Buch hab ich auch schon so viel gehört, es wird wohl dann mein nächstes von Colleen Hoover werden. Toll, dass sie so viele Bücher rausbringt. Geht der Stoff nie aus 😉

    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    Juliane

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