[Rezension] Songbird von Anna Rosina Fischer

Veröffentlicht: 16. Dezember 2018 von Juliane

Songbird Book Cover
Songbird
Anna Rosina Fischer
Teenieromanze
ivi Verlag
Dezember 2018
eBook
432 (print)
... den Verlag!

Ella und Sam kennen sich schon seit ihrer Kindheit, denn Sam ist der beste Freund von Ellas Bruder. Schon seit längerer Zeit ist sie in ihn verliebt, auch wenn sie sich das nicht richtig gestehen kann. Als Sam als Referendar an ihre Schule kommt, spitzt sich die Situation zu und die beiden kommen sich auf einer Kursfahrt näher. Doch empfindet Sam wirklich auch etwas für Ella?

Meine Meinung: 

Ich kann immer noch nicht fassen, dass mich “Songbird” so enttäuscht zurücklässt. Dieser Roman klingt nach einem süßen, kitschigen und romantischen Buch. Ich erhoffte mir Herzklopfen. Und ja, auch wenn ich aus dem jugendlichen Alter (gerade so!) raus bin, lese ich gern romantische Jugendbücher und kann sie auch genießen – selbst wenn sie manches Mal weit von der Realität entfernt sind und nicht unbedingt in die Tiefe gehen.

Aber „Songbird“ toppt alles. In diesem Roman läuft einfach so viel falsch. Erst einmal gibt es so gut wie keine Handlung. Man verpasst nichts, wenn man nur ein Drittel liest. Denn es wiederholt sich alles wieder und wieder und wieder. Ella und Sam finden viel zu schnell zusammen. Schon im ersten Drittel des Buches haben sie sich mehrmals ihre Liebe erklärt. Und das wiederholt sich dann bis zum Ende der Geschichte.

Mir stießen gleich mehrere Themen bitter auf. Zum Einen die Vorbildfunktion einer jungen Frau in einem Jugendbuch. Meist sind die Leserinnen jünger (würde als Zielgruppe ab 12 oder 14 Jahren einschätzen) und Ella fackelt nicht lange wenn es um Intimitäten geht. Körperlichkeit wird hier als selbstverständlich angesehen und hat – so wird es vermittelt – einen höheren Stellenwert als die emotionale Verbindung.

Zum Anderen ist Ella krank. Ihre Essstörung wird nur am Rand erwähnt – aber immer wieder, sodass man es als Leser auch nicht “ausblenden” kann. Ihre Eltern, ihr Bruder, ihre besten Freunde und Sam sehen zu und akzeptieren es, dass sie einfach nichts isst und immer dünner wird (schon über Jahre). Dann atmete ich auf, als Sam sie endlich darauf ansprach – aber zack, nach zwei Sätzen war das Thema wieder vorbei, denn sie landeten direkt wieder im Bett und Sam vergaß alles dank seinen Hormonen.

Sam als “Love Interest” hat mir auch auch nicht gefallen. Denn er verkörpert den vermeintlich perfekten Mann. Er sieht perfekt aus, alle stehen auf ihn, er singt wie ein Engel, komponiert romantische Songs und hat sein Studium im Griff. Ja, es gibt einen Makel und das ist sein Vater. Und diese Thematik wurde auch richtig schlecht umgesetzt. Es kommt aus dem Nichts und fühlt sich an, als hätte die Autorin sich “schnell mal was ausgedacht”. Angeblich ist seine Liebe zu Ella SO GROß – aber als es die erste richtige kritische Situation gibt, lässt er sie in einer sehr gefährlichen Situation allein zurück. (Na zum Glück kann er es mit einem innigen Kuss wieder gut machen..)

Leider ist Ella auch nicht viel besser. Sie ist das Gegenteil von einem Vorbild für junge Frauen. Sie begibt sich in solch eine Abhängigkeit zu Sam. Es ist der Wahnsinn! Liebe ist das einzige was zählt. Sie ist ständig in einem Tal der Trübsinnigkeit und ist nicht mehr lebensfähig, wenn Sam ihr nicht hundert Mal am Tag seine Liebe erklärt hat. Und das wieder und wieder. Sie ist das gesamte Gegenteil zu einer selbstbestimmten Frau. Ihr Verhalten gegenüber ihrem besten Freund Milo empfand ich auch als sehr befremdlich. Ihre Freizügigkeit nicht zu vergessen. Und sie ist ständig auf die Rettung eines Mannes angewiesen (in Form von Sam oder ihren Bruder Kurt).

Die Liebe ist nicht schön dargestellt. Dadurch, dass Ella und Sam gefühlt in den ersten drei Kapiteln schon zueinander finden, gibt es keine Spannung zuvor. Dieses “Tausend Mal berührt, Tausend Mal ist nichts passiert” Thema wird nur angedeutet. Die beiden kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Man hätte so viel daraus machen können! So fieberte ich nicht mit. Auch finde ich ihre Beziehung ungesund. Die Basis ist das Bett, leider nicht das Vertrauen zueinander.

Ich könnte noch hunderte weitere Punkt aufzählen, die mir nicht gefallen haben. Leider kann ich nicht viel Positives sagen, außer dass mir das Cover sehr gefällt, die Grundidee und der Schreibstil angenehm zu lesen war. Doch der Rest begeisterte mich nicht und ich habe nicht einmal alle Punkte angesprochen, die mir missfielen.


Fazit:

Dieses Buch ist ein wandelndes Klischee. Die Charaktere blieben blass und verkörperten das Gegenteil eines Vorbilds für junge Menschen. Leider fehlt dann auch noch eine Geschichte rum um die Liebe. Es wiederholte sich sehr viel und so war das Buch gesamt eher langweilig und ärgerlich. Schade!


Vielen Dank..

… an den ivi Verlag und Netgalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!


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