[Rezension] Sweetly

Veröffentlicht: 3. Oktober 2011 von Juliane

Dieser Artikel ist ein Import von Julianes Büchertruhe auf Blogspot.

Es wurde sich die größte Mühe gegeben die Inhalte so gut es geht zu übernehmen.

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Sweetly Book Cover
Sweetly
Fairytale Retellings #2  
Jackson Pearce
Fantasy, Jugendbuch
310

Inhalt:

Schon lange kennen sie die Geschichte einer geheimnisvollen Hexe im Wald. Hänsel, Gretel und Gretels Zwillingsschwester machen sich auf die Suche nach ihr. Dann passiert es: Sie verlaufen sich. Panisch suchen sie einen Weg zurück auf den bekannten Weg. Plötzlich werden sie verfolgt. Sie rennen. Sie flüchten. Sie finden zurück zum Elternhaus. Hänsel und Gretel. Doch wo ist ihre Schwester?

12 Jahre später: Gretel ist 18 Jahre alt, Hänsel 19 und ihre Stiefmutter schmeißt sie von Zuhause raus. Ihre Eltern sind lange tot, die beiden Geschwister haben nur noch sich. Mit Auto und einigen Habseligkeiten fahren sie einfach los. Dann gibt ihr Auto den Geist auf und sie landen in einer Kleinstadt im Süden Amerikas. Um Geld zu verdienen beginnt Hänsel im Süßigkeitengeschäft der jungen Sophia einige Dinge zu reparieren. Die Geschwister freunden sich mit dem Mädchen an… doch die Stadt und Sophia hüten einige schreckliche Geheimnisse.

 

Meine Meinung:

Nachdem mir Sisters Red schon so gut gefallen hat, war es für mich klar, dass ich sofort auch Sweetly haben musste. Und das habe ich nicht bereut! Jackson Pearce hat es geschafft, das Niveau von Sisters Red zu halten und wieder eine spannende Geschichte zu erzählen, die zwar an das Märchen Hänsel und Gretel angelehnt ist, aber keinesfalls “nur” eine Nacherzählung ist.

Schauplatz der Geschichte ist die heutige Zeit; ein Touch Fantasy und
Unwirklichkeit
spielen auch mit. Es gibt moderne Technik, Autos und
Internet, doch irgendwie fühlt sich dennoch wie ein Paralleluniversum
an. Es ist dieselbe Welt, in der auch Sisters Red spielt. Nicht, dass es eine Fortsetzung von Sisters Red wäre, ganz und gar nicht. Aber man trifft auf Bekanntes. Der Kern ist
sehr ähnlich – ohne zu viel zu verraten. Das finde ich sehr gut, man
kennt sich aus, weiß Bescheid. Und man fühlt, dass man wieder in
Jacksons Welt is.

Sweetly wird aus der Sicht von Gretel erzählt. Eine normales junges Mädchen, dass ein Trauma hat. Ihre Schwester wurde verschleppt und noch immer sieht sie die gelben Augen der Hexe in ihren Träumen und hinter jedem Baum. Und obwohl sie dadurch eigentlich verschlossen ist, vertraut sie sich schnell Sophia an und wirkt zu Beginn ziemlich naiv. Aber das Buch wäre nicht von Jackson Pearce, wenn die weibliche Hauptperson nicht zu einer starken jungen Frau mutieren würde. Genau das passiert während der Geschichte und ich liiiebe es! Ein gutes Vorbild für junge Mädchen.

Hänsel hingegen kommt nicht so gut bei weg. Er spielt nur eine Nebenrolle und ist durch Sophia und seiner Liebe zu ihr geblendet. Er ist ihr regelrecht hörig. Aber Sophia macht auch auf den Leser einen guten Eindruck. Sie wohnt in dem schnuckeligen kleinen Haus, das voller Süßigkeiten ist und vor dem es auf wundersame Weiße nach Vanille riecht… wie auch immer. Eine Restunsicherheit bleibt, da man ja das Märchen kennt…

Und außerdem wird Gretel von Samuel gewarnt. Dem Außenseiter und “Verrückten” der Kleinstadt. Doch Gretel baut eine Beziehung zu ihm auf. Sogar eine Liebe entwickelt sich. Gern hätte ich mehr davon gelesen. Bei Sisters Red war die Liebe so süß beschrieben, hier ist sie fast in den Hintergrund gerückt – schade. Denn das Potenzial war da 🙂

Die Handlung von Sweetly beginnt nach dem Prolog sehr schleppend und langsam. Man lernt die Charaktere kennen und die Umgebung. Es wird viel von der Vergangenheit berichtet und viel beschrieben, erst ab der Mitte nimmt das Buch an Fahrt an und die Spannung wird spürbar. Wieder (wie schon in Sisters Red) gibt es viel Action und Gefahr. Die zweite Hälfte des Buches liest man mit erhöhtem Puls. Man malt sich die verschiedensten Szenarien für das Ende aus. Was hat es mit den Muscheln auf sich? Was ist Sophias Geheimnis? Ist Samuel einer der Guten? Wer ist die Hexe? Lebt die Schwester noch?

Die Auflösung am Ende gefiel mir recht gut und sie ist sehr schlüssig. Trotzdem hätte ich mir bei dem großen Showdown etwas mehr erwartet… dafür war aber der Epilog sehr süß. Bittersüß um genau zu sein. Denn ja, das Ende stellt den Leser zufrieden und doch ist es auch etwas traurig und melancholisch.

Insgesamt ist der Grundtonus des Buches nachdenklich. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Geschwistern. Nicht nur die zwischen Hänsel und Gretel und deren vermisste Schwester. Zwillinge, Brüder, Schwestern. Wenn einer fehlt, fehlt ein Stück von einem selbst. Bedingungslose Liebe. Selbst als Hänsel in Sophia verliebt ist, lässt er Gretel nicht fallen. Wie auch schon in Sisters Red, schafft es Jackson Pearce, gute Werte zu vermitteln. Letztlich ist sie durch die Schilderung der zwischenmenschlichen Beziehungen oft näher an der Realität als die Geschichten, die keine Fantasybücher sind.

Wer noch nichts von Jackson Pearce gelesen hat, sollte schleunigst damit beginnen! Ihre Bücher sind eigenständige Geschichten, aber dennoch würde ich empfehlen, Sisters Red vor Sweetly zu lesen.

Fazit:

Eine tolle Neuerzählung des allbekannten Märchens von Hänsel und Gretel. Viele neue Aspekte und eine unerwartete Wendung, die die Geschichte zu etwas Neuem macht. Mir fehlte ein wenig mehr Romantik, doch die Spannung machte das wieder wett. Für Fans von Jackson Pearce und Märchen ein absolutes Muss!

Und noch eine Warnung: Nach dem Lesen dieses Buches verspürt man eine große Lust auf Süßigkeiten 😉

 

Übrigens:

Auf dem Blog “Novel Novice” gibt es ein tolles Special zu dem Buch, unter anderen findet man dort auch tolle Desktop Hintergründe. Und ich habe ja bei Jackson Pearce’ Sweetly Party was Schönes gewonnen, falls ihr den Post noch nicht kennt, seht mal hier nach. Dort findet ihr auch ein Bild von meinem Buchcover.

Nächstes Jahr kommt der dritte “Fairytale Retellings” Band von Jackson Pearce unter dem Titel Fathomless heraus. Es wird von der Geschichte der kleinen Meerjungfrau handeln.

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