[Rezension] Todesmärchen

Veröffentlicht: 6. Februar 2017 von Juliane

Todesmärchen Book Cover
Todesmärchen
Maarten S. Snejder #3
Andreas Gruber
Thriller
Goldmann
August 2016
Taschenbuch
544

Als die Ermittler die tote Frau in Bern entdecken, rufen sie sofort den Wiesbadener BKA Profiler Maarten S. Sneijder. Dieser kann seinen Augen nicht trauen. Denn dieses Muster ist ihm bekannt. Muster im wahrsten Sinne des Wortes. Denn es ist der Frau in den Leichnam geritzt.

Zur selben Zeit treffen wir auf Hannah, eine junge Psychologin, die in Norddeutschland eine Gruppe Schwerverbrecher therapiert und dabei mit Piet van Loon eine besondere Verbindung aufbaut - der Mörder, den Sneijder selbst vor einigen Jahren gefasst hat und noch eine Schlüsselrolle in dem neuen Fall spielen wird.

 

Warnung! Das ist der dritte Teil der Maarten S. Sneijder Reihe. Spoiler für die ersten beiden Bände können enthalten sein.

Allerdings kann ich es nicht mit Sicherheit sagen, denn ich habe weder den ersten, noch den zweiten Fall des Profilers Sneijder gelesen.

Meine Meinung:

WAS?! Sie hat mit dem dritten Band angefangen? Hat sie. Und es hat gut funktioniert. Denn diesen Roman kann man wunderbar als Start in die Maarten S. Sneijder Reihe sehen. Alle Figuren werden kurz und knackig erklärt, kurze Rückblenden in die Vergangenheit. Manche Erlebnisse werden nur in Nebensätzen oder wörtlicher Rede von Nebenfiguren erwähnt – was sehr nach meinem Geschmack ist.

Die Geschichte geht direkt los. Im Wechsel erfahren wir von der Leiche in Bern und den Erfahrungen von der jungen Psychologin Hannah in Norddeutschland. Auf einer Insel. In einem Gefängnis für den Abschaum der Verbrecher. Vergewaltiger, Tierquäler, Pädophile. Alle unter einem Dach. Von Beginn an war ich gefangen.

 

Normalerweise stören mich Perspektivenwechsel. Ich will eine Person verfolgen und nicht zwei. Ich will nicht ständig wieder aus der Story gerissen werden. Doch hier war es gut. Es wurde für Zeitsprünge genutzt, so konnte man die Abstände der Geschehnisse besser einsortieren. Auch sind die Stränge mit Daten versehen. Worauf ich am Anfang nicht geachtet habe, zum Schluss dann doch so wichtig wurde, dass ich wieder zurückgeblättert habe.

Überall hatte ich das Buch dabei, ich hab es nur angesehen und meine Gedanken waren sofort wieder mitten in der Geschichte. Ich MUSSTE wissen was hinter dem Mord (und den weiteren Morden) steckte. Theorien hatte ich genug im Kopf. Alle davon waren falsch (oh ja, ich hätte diesen Mord nie aufgeklärt).

Was unterscheidet diesen Thriller von anderen?

Nicht viel.

Es ist Schema F – allerdings richtig gut gemacht.

Andreas Gruber hat einen flotten Schreibstil, es wird sich nicht mit ewigen Beschreibungen aufgehalten. Hier geht es Knall auf Fall. Ein Vorfall folgt dem nächsten und der Leser wird nicht eine Sekunde in Langeweile zurückgelassen.

Die Charaktere. Maarten S. Sneijder ist ein typischer Dr. House / Sherlock / grummliger Tatort Kommissar Mix und es funktioniert so wunderbar! Hannah ist sehr interessant, wie sie auf die Täter zugeht, ihre Gedankengänge – toll! Und Sabine ist mir richtig ans Herz gewachsen. Sie ist so menschlich mit ihren Gefühlen, ihrer Wut und diese Fantasie die sie hat, um sich in die Gedankenwelt der Täter zu versetzen (vielleicht auch etwas gruselig).

Überzeugt hat mich diese extrem gut durchdachte und wahnsinnig (ja, es ist einfach Wahnsinn) verstrickte Geschichte. Nach zwei Dritteln kommt die Auflösung – zumindest dachte ich das – und war etwas enttäuscht. Dann legte der Autor noch eine Schippe oben drauf und das Ende lässt einen sprachlos. Denn was als letztes passiert, damit hätte ich nie gerechnet. Diesen Schritt gehen nicht viele – Charaktere und Autoren.

Die einzelnen Bücher der Reihe sind natürlich miteinander verbunden, aber die Fälle sind in sich abgeschlossen. Also: Man kann es durchaus einzeln lesen.

Band 1 “Todesfrist” // Band 2 ” Todesurteil

  

Und im August erscheint der vierte Teil der Reihe “Todesreigen“:

Übrigens habe ich “Todesmärchen” in mein Regal aufgenommen, weil mir der Titel und die Verbindung zu Märchen so gut gefallen hat. In der Geschichte spielen Märchen natürlich eine Rolle. Für mich fühlte es sich aber nur danach an, dass es die Spurensuche etwas besonderer machen sollte. Hätte es gar nicht gebraucht – war trotzdem nett.


Fazit:

Rasant und so verstrickt, hat mich dieser Thriller atemlos zurückgelassen. Vielseitige Charaktere machen die Geschehnisse turbulent und runden diese gut konstruierte Geschichte perfekt ab. Sehr zu empfehlen! (Auch wenn man Band 1 und 2 noch nicht gelesen hat.)

Ich konnte kaum aufhören zu lesen und möchte am liebsten sofort weiterlesen in der Welt von Maarten und Sabine.


Weitere Meinungen zu dem Buch:

 


 

2 Kommentare

  • kaisuschreibt 28. Februar 2017 at 14:08

    Pssst, da ist ein Tippfehler drin – oben steht “Todesmädchen” 😉

    Ansonsten kann ich deinen ersten Eindruck nachvollziehen. simpler aber guter Plot :3 Kennst du noch mehr Bücher von Andreas Gruber? Würde dir sonst die Kurzgeschichten-Sammlungen aus den Luzifer Verlag empfehlen. Da bekommt man einen guten Eindruck von seinem Stil 🙂

    Reply
    • Juliane 5. März 2017 at 14:08

      Danke für den Hinweis 🙂

      Tatsächlich ist das der erste Roman von Andreas Gruber, den ich gelesen habe. Ich will aber auf jeden Fall noch mehr lesen, hat mir gut gefallen. Danke für die Empfehlung!

      Reply

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