[Rezension] Tote Mädchen lügen nicht

Tote Mädchen lügen nicht Book Cover Tote Mädchen lügen nicht
Jay Asher
Young Adult
cbt
Taschenbuch
288
13 Reasons Why
Bald auf Netflix

Als Clay Jenson von der Schule nach Hause kommt entdeckt er ein Päckchen vor seiner Tür, adressiert an ihn. Enthalten sind 7 Kassetten, alle durch nummeriert. Er nimmt die erste Kassette, drückt auf PLAY.

Hannah. Das Mädchen, dass sich mit Tabletten das Leben genommen hat, erzählt ihre Geschichte. Die 13 Gründe, warum ihr Leben enden musste. Clay ist schockiert, denn die Kassetten richten sich an die Personen, die Gründe verursacht haben. Doch was hat er getan?

 

Meine Meinung:

Die Grundidee gefällt mir echt gut! Auch wenn sie nicht super neu ist, hat sie mich neugierig gemacht. Das Buch ist in vielen Ländern ein Bestseller und hat viele Preise bekommen.

Überall im Netz wird dieses Buch gefeiert. Es ist DAS Buch, so verstrickt und fesselnd. Sogar Netflix hat sich die Geschichte gesichert und es kommt bald eine Serie. Der Trailer ist vielversprechend:

Wie hat mir das Buch gefallen? Nun, es ist joa. So lala. Ganz ok.

Ja, nur “ok”.

Für mehr reicht es bei mir nicht. Dadurch, dass ich im Vorhinein so viele positive Stimmen über die Geschichte gehört habe, waren meine Erwartungen ganz weit oben. Letztlich ist für mich ein gewöhnliches Jugendbuch. Ich habe auf den DAS HAPPENING gewartet. So richtig Action kam nicht wirklich auf.

Die Gründe, die Hannah nennt, sind für mich zu oberflächlich und zu seichte für ihren Selbstmord. Auch dass wir die Geschichte aus Clays Sicht sehen, hat mich etwas gestört. Viel lieber hatte ich zum Beispiel Tyler oder Justin dazu gehört.

Gefallen hat mir, dass diese Art der Problematik überhaupt angesprochen werden, denn gerade in den USA ist so etwas Alltag an den Highschools (so mein Eindruck). Auch wird hier gezeigt, dass eine kleine, vielleicht unwichtige Tat von einem selbst jemanden viel mehr treffen und beeinflussen kann. Man sollte achtsam mit seinen Worten und Taten umgehen.


Hannah schien mir relativ stark. Deshalb hat mir das Ende nicht gefallen. Ich habe noch eine groooße Wendung erwartet (ja, immer noch das große Happening 🙂 ). Ich verrate an dieser Stelle keine Details, aber das Ende war schon sehr lasch. Die Moral der Geschichte hätte man definitiv größer ausbauen könnte.

Der Schreibstil (ich habe das Original – in Englisch – gelesen) hat mir gut gefallen, sehr flüssig und knappe Sätzen lassen einen schnell mal 20-30 Seiten lesen. Auch die Aufteilung und das gesamte Konzept hat mir gut gefallen. Die Kapitel sind jeweils die Seiten der Kassetten, 13 Kapitel an der Zahl.

Was gibt es noch zu sagen? Die Cover! Ein Grund für mich das Original zu lesen war tatsächlich das Cover. Die deutsche Version gefällt mir gar nicht. Das Original trifft den Geist des Buches ziemlich gut. Hier seht ihr ein paar der Cover aus aller Welt:

 
 


Fazit:

Eine interessante Geschichte, die sehr auf die Probleme eingeht, die zur heutigen Zeit an Schulen unter Jugendlichen herrschen. Dadurch dass viele Charakter viel zu wenig Platz hatten, ließ mich das Buch etwas enttäuscht zurück. Auch das Ende konnte nicht überzeugen. Das Potential dieser tollen Grundidee wurde nicht voll ausgeschöpft.

 


Weitere Rezensionen zu diesem Buch findet ihr auf:

Buchworte // Kitsunes Welt der Bücher


 

6 Antworten auf „[Rezension] Tote Mädchen lügen nicht“

  1. Tja… da kann man nur vermuten, wieso ein offenbar eher mittelmäßiges Buch so gehypt wird. Es wird wohl das Thema gewesen sein. Selbstmorde unter Teenagern “geht immer”. Ist nicht abwertend gemeint, aber manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, die Verlage springen auf Themen auf, die ihnen selbst herzlich gleichgültig sind. Und da geht die Frage nach der literarischen Qualität dann gleich mit den Bach runter.
    Deine Einschätzung bzgl. des Covers teile ich voll und ganz. Das deutsche Cover ist kräftig daneben gegangen (ebenso wie der Titel! Wieso heißt das Buch rund um den Globus “13 Gründe warum” und nur in Deutschland wieder anders? M.E. nach passt der deutsche Titel überhaupt nicht die Stimmung)

    1. Hallo Jürgen,

      ich glaube auch, dass man selbst bei einem Jugendbuch die Thematik besser und ernsthafter verpacken kann. Die Grundidee finde ich nach wie vor wirklich gut! Vielleicht schafft es die Serie besser – immerhin können sie sich mehr Zeit lassen die Geschichte zu erzählen.

      Liebe Grüße
      Juliane

  2. Guten Morgen Juliane,

    Mich konnte das Buch mehr überzeugen als dich. Ja, die Gründe erschienen mir teilweise auch banal, aber das ist ja eben auch das Ding an der Geschichte. Schon banale Sachen können zu so einer Reaktion führen. Man kann sich das kaum vorstellen und das ist wahrscheinlich auch gut so.
    Ein normales Jugendbuch war es für mich eher nicht. Ich finde eher es ist ein Buch mit dem man nicht alleine sein sollte. Gerade bei Betroffenen ist es glaube ich sehr schwer einzuschätzen, wie sie auf die Geschichte von Hannah reagieren.

    Lg, Moni
    #litnetzwerk

  3. Hej Moni,

    bei der Grundgeschichte kann ich dir voll zustimmen. Auch hat mir die Serie sehr gut gefallen und sehr berührt. Bei dem Buch hätte ich mir einfach etwas mehr Tiefe gewünscht.

    Das Thema ist auf jeden Fall sehr wichtig! Bei der Serie kamen die kritischen Stimmen, dass es als Auslöser für psychisch instabile Leute wirken kann.. ja, es ist gefährlich und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

    Danke für deinen Kommentar!

    Viele Grüße
    Juliane

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