[Rezension] Totenmädchen

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Totenmädchen Book Cover Totenmädchen
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Mary Hooper
Jugendbuch, Historischer Roman
320

Inhalt:

England 1650 – ein Mädchen wird am Galgen erhängt. Die ganze Stadt und ihre Familie sieht zu, jeder hat gesehen, dass sie tot ist. Als ihre Leiche von Studenten untersucht werden soll, merken sie, dass noch ein Funken Leben in ihr ist.

Und auch das Mädchen selbst – Anne Green – merkt, dass etwas nicht stimmt. Ihr Geist ist wach, ihr Körper gelähmt. Sie erzählt ihre unglaubliche Geschichte und berichtet, wie es dazu kam, dass sie zum Tode verurteilt wurde.

 

Meine Meinung:

Mein zweiter Roman von Mary Hooper und ich bin nicht enttäuscht. Wieder hat sie mich voll und ganz mit ihrer Geschichte überzeugt. Von Anfang an war ich gefesselt – vielleicht auch, weil ich schon vor dem Beginn gelesen habe, dass dieses Buch auf einer wahren Geschichte beruht. Und vermutlich war dieses Mädchen auch kein Einzelfall. Unfassbar. Es ist real. So grausam. Man kann nur mitfiebern und ungläubig den Kopf schütteln.

Zum Aufbau des Buches: Es wechselt zwischen Annes Erzählungen, ihrer Geschichte, und den Erlebnissen der Studenten und Ärzte, die gar nicht glauben können, dass sie überlebt hat. Einerseits will man unbedingt wissen, was Anne passiert ist, aber gleichzeitig fiebert man natürlich auch mit, ob die Studenten/Ärzte sie obduzieren.

Der Roman lässt sich flott lesen und ist keine komplizierte Lektüre. Es ist keine Liebesgeschichte oder ein Krimi. Es ist die Aufdeckung einer Unverschämtheit, wie das junge Mädchen Opfer der Unwissenheit der Anderen wurde. Ideal für Leute, die sich sonst nicht an historische Wälzer herantrauen. Hier wird in einem leichten Erzählton die Lebensituation der damaligen Zeit beschrieben und die Hilflosigkeit von Anne Green. Als Frau begeht sie einen Fehler aus Leichtgläubigkeit und muss dafür soweit büßen, dass sie zum Tode verurteilt wird.

Anne überlebt den Strang. Dass so etwas tatsächlich möglich ist, hätte ich nie gedacht. Im Epilog erklärt Mary Hooper selbst wie es passiert sein könnte. Dieser Fakt, dass sie überlebt, war eigentlich der Grund, warum mich dieses Buch interessiert hat. Letztlich war dieses “Detail” für mich soweit in den Hintergrund gerückt, da ich die Geschichte rund um den Grund für ihre Verurteilung (den ich hier nicht ausplaudere!) viel schockierender empfand. Teilweise wäre ich gern in die Geschichte getaucht und hätte so einigen einen kräftigen Tritt verpasst.

Eindeutig lässt einen das Buch nicht kalt. Es regt zum Nachdenken an und ist nicht “einfach mal für Zwischendurch”. Man kann darüber diskutieren, sich aufregen und noch weiter in die Tiefe gehen und recherchieren. Anne Green ist eine wahre Person, ihre Geschichte unglaublich und ich bin froh, dass Mary Hooper es zu Papier gebracht hat.

 

Fazit:

Ein historischer Roman für Jungendliche, den Mary Hooper unvergleichlich gut geschrieben hat. Sie bringt eine faszinierende Geschichte ans Tageslicht, die auf wahren Tatsachen beruht. Ihre Romane sind mehr als empfehlenswert – die Autorin darf in keinem Bücherregal fehlen.

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