[Rezension] Vom Winde verweht

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Vom Winde verweht Book Cover Vom Winde verweht
/
Margaret Mitchell
Klassiker, Historisch, Krieg
1120

 

Titel: Vom Winde verweht
Originaltitel: Gone with the wind
Autor: Margaret Mitchell
Sprache: auf Deutsch gelesen
Genre: Klassiker, Historisch, Krieg
Seiten: 1120
Reihe: /
Webseite: Wikipedia
Bewertung: 4 Herzen

 

 Inhalt:

 

Südstaaten von Amerika, Anfang 1860er Jahre. Die 16-jährige Scarlett ist eine verwöhnte junge Frau, die mit ihrer Familie auf einer Baumwollplantange in der Nähe von Atlanta lebt. Der Krieg bricht aus und Scarlett reist mit ihrer Schwägerin Melanie nach Atlanta zu ihrer Tante.
Sie erleben viel Schmerz und Angst; schließlich müssen sie fliehen und kämpfen um ihren Platz im Leben. Scarlett wächst zu einer starken Frau heran, die kämpfen und sich durchsetzen kann. Sie rettet allen das Leben und sichert ihnen das Haus über den Kopf.
Immer wieder trifft sie auf Rhett Butler, ein ausgestoßener Mann, der in der Gesellschaft nicht den höchsten Stand hat. Sie geraten aneinander und sind Bestandteil des Klatsches und Trasches. Doch Scarletts Herz hängt an Melanies Mann Ashley, der an forderster Front im Krieg kämpft.
Genaue Handlung ist hier zu lesen.
 Meine Meinung:
Das Buch hat mich positiv überrascht. Obwohl ich – da ich weder Geschichte noch Film kenne – gar nichts erwartet habe, hatte ich doch gewisse Vorstellungen in meinem Kopf. Ich dachte, diese Geschichte um die berühmte Scarlett O’Hara und den berühmten Rhett Butler wäre eine herzzerreißende, tragische und schnulzige Liebesgeschichte.
Doch dieses Buch geht in eine komplett andere Richtung. Es handelt vom Leben in den 1860er Jahren in Amerika. Der Krieg steht klar im Vordergrund. Das harte Leben und die Schwierigkeit, zu überleben. Die persönlichen Probleme sind natürlich auch Bestandteil. Es gibt viele Beteiligte und alle machene eine enorme Entwicklung durch.
Scarlett O’Hara ist die Hauptperson, aus deren Sicht auch der Großteil des Romans erzählt wird. Zu Beginn ist sie gerade mal 16 Jahre alt. Wer kann ihr da denn Vorwurf machen, verwöhnt zu sein, wenn sie doch jeden Wunsch von den Augen abgelesen bekommt? Doch sie erlebt eine harte Schule. Sie entwickelt sich stark. Sie war mir stets sympathisch und nie habe ich sie als nervend empfunden. Teilweise sogar war ihr Verhalten bewundernswert. Immerhin nimmt sie Dinge in die Hand und scheut nicht einmal, eine Waffe abzufeuern, wenn es nötig ist.
Sie ist die tragende Person und gleichzeitig die mit der tragischten Geschichte. Sie verliert ihre Familie, Ehemänner, Kinder, fast ihren ganzen Besitz und erkennt die wahre Liebe erst sehr spät.
Die gesamte Zeit über ist sie in Ashley “verliebt”, den ich selbst eigentlich nie so richtig erfassen konnte. Für mich war es am schwammigsten von allen Charakteren. Was Scarlett an ihm fand, wusste ich nie. War es nur das, dass sie ihn unbedingt haben wollte? An ihm war nichts dran. Er liebte seine Frau, war aber sonst unfähig. Weder konnte er Scarlett klar abweisen, noch konnte er Geschäfte leiten.
Melanie hingegen ist zu meiner Lieblingsperson geworden. Zunächst war sie so unscheinbar gewesen und so schwach. Und doch ist sie so beständig in ihrer Meinung und ihrer Moral. Sie war stark bis zu ihrem Schluss. Sie war die herzlichste und liebste Person von allen und die, um die es mir am meisten leid tat, dass sie nicht bekommen hat, was sie wollte.

Nun zu Rhett Butler. Für mich war er bis zum letzten Viertel des Romans nur eine Nebenfigur gewesen. Er tauchte immer mal wieder auf und verschwand wieder. In der größten Not von Scarlett fehlte von ihm jede Spur. Allerdings wurde es immer unterhaltsam, wenn er auftrat. Er wusste Scarlett richtig zu nehmen und durchschaute sie. Er hat Sinn für Humor und erfrischend wenig Gewissen. Ebenfalls ist er zu einer meiner Lieblingspersonen geworden.

Genug zu den Charakteren. Diesen Roman zu lesen ist wirklich eine Aufgabe. Er ist ein dicker Wälzer mit viel Inhalt, der keine leichte Kost ist. Oft ist es sehr dramatisch, vorallem mit dem Hintergrund, dass dieser Krieg keine Fiktion ist.
Der Schreibstil ist sehr detailliert. Zu Beginn hatte ich große Schwierigkeiten, in den Lesefluss zu kommen. Erst nach circa 300 Seiten hat mich die Geschichte so sehr gepackt, dass ich mich auf das Lesen gefreut hatte. Margaret Mitchell beschreibt alles sehr real. Positiv zu sehen, da man viel über die Personen und das Leben damals lernt. Negativ zu sehen, da es oft auch langweilt und einen die Leselust verlieren lässt.
Die Geschichte ist sehr authentisch. Ich kann mir gut vorstellen, dass in der Nähe von Atlanta eine Frau gelebt hat, die eine ähnliche Geschichte hat. Zumindest gab es diesen Krieg. Es gab viele Opfer und es gab die Hinterbliebenen. Den Ku Klux Klan gab es und die unterschiedlichen Sichtweisen gegenüber der Sklavenhaltung.
Oft wird es dramatisch und man bibbert mit Scarlett mit. Was sie alles durchmacht ist erstaunlich. Und auch die Beziehung zu Rhett, die erst am Ende an Fahrt gewinnt, hat etwas Spezielles. Nach Klischees muss man hier lange suchen. Die innige Liebe ist es nicht und doch hängen sie einander und müssen einiges gemeinsam durchstehen.
Das Ende finde ich nicht traurig oder schlecht. Ich finde es gut, denn ich gehe ganz fest davon aus, dass Scarlett das bekommt was sie will. Es ist eine harte Zeit am Ende des Buches – und wenn diese überwunden ist, ist wieder alles möglich.
Es gibt zwei Nachfolger von “Vom Winde verweht”, die allerdings nicht aus der Feder von Margaret Mitchell stammen. Ob ich sie lese, weiß ich noch nicht. Für mich steht “Vom Winde verweht” auch gut allein da und braucht keine Fortsetzung.
 Fazit:

Ich empfehle das Buch klar weiter. Mir hat es gut gefallen und ich bin positiv überrascht. Man sollte allerdings nicht die herzliche Liebesgeschichte erwarten, die durch die Medien verbreitet wird.

 

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