[Rezension] Blutrote Schwestern

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Blutrote Schwestern Book Cover Blutrote Schwestern
Sisters Red #1
Jackson Pearce
Fantasy, Jugendroman
324

Inhalt:
Die Schwestern Scarlett und Rosie March sind Jägerinnen. Sie jagen Fenris, Werwölfe, die es auf junge Mädchen abgesehen haben. Scarlett ist die geborene Jägerin. Ohne Skrupel tötet sie Fenris, sieht in der Jagd ihre wahre Liebe. Sie glaubt, dass ihre Schwester gleich fühlt. Jedoch möchte Rosie ein Leben neben dem Jagen führen. Sie verliebt sich in Silas, den Jagdpartner und einzigen Freund von Scarlett.
Genau zu dieser Zeit spitzt sich die Lage zu: Die Fenris sind auf der Suche nach dem neuen Fenris. Sie gehen über Leichen und tauchen in großen Gruppen auf. Mädchen sind in größerer Gefahr denn je. Aber können Scarlett, Rosie und Silas allein gegen die Fenris gewinnen?

 

Meine Meinung:

Jackson Pearce schreibt die besten Jugendbücher. Nach As You Wish ist “Sisters Red” das zweite Buch von der Autorin. “As you wish” (deutsch “Drei Wünsche hast du frei”) hat mir gut gefallen – aber mit Sisters Red (deutsch: Blutrote Schwestern)  hat Jackson Pearce ihren Debütroman übertroffen.

Schon allein das Cover ist ein Grund das Buch zu kaufen. Dieses Spiel mit den Gesichtern der Schwestern und dem bösen Wolf. Wahnsinn! Das spiegelt das Buch sehr gut wider: Die beiden Schwestern, die äußerlich fast gleich sind, allerdings innerlich grundverschieden (=unterschiedliche Farben). Und auch der Wolf strahlt auf dem Cover Gefahr aus, auf dem ersten Blick erkennt man ihn nicht sofort, doch drohend befindet er sich in der Nähe der Schwestern.

Zusammen mit dem Titel erinnert das Cover an das Märchen Rotkäppchen. Klar, die Farbe Rot wird benannt und der Wolf taucht auf. Doch mich hat es auch ein wenig an Schneeweißchen und Rosenrot erinnert – aber das war vermutlich nur subjektiv.

Die Schwestern Scarlett und Rosie heißen March, die gesamte Lesezeit über habe ich bei dem Nachnamen an das deutsche Wort “Märchen” denken müssen. Ob das wirklich von der Autorin gewollt ist, kann ich nur erahnen. Gerade zu Beginn gibt es einige Textzeilen auf Deutsch, die deutsche Oma von den Schwestern spricht öfters deutsche Sätze.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der nichts für schwache Nerven ist. In einem Kampf mit einem Wolf stirbt die Oma und Scarletts Jagd beginnt. Der Hauptteil des Buches ist aus abwechselnd aus der Sicht von Scarlett und Rosie geschrieben. Zunächst lernen wir Scarlett kennen, wie sie auf die Jagd geht, wie ihre Gedanken nur darum kreisen. Dann Rosie, deren Gedanken um einiges mehr kreisen.


Mir waren beide Schwestern sympathisch und sind mir ans Herz gewachsen. Scarlett scheint taffer zu sein, doch auch sie hat ihre Schwächen und Ängste. Ständig ist ihr Beschützerinstinkt wach. Dabei handelt es sich besonders um ihre Schwester, aber auch um die anderen Mädchen in der Stadt.
Rosie ist zu Beginn ein typischer Teenager. Sie verliebt sich; das ist von Jackson Pearce sehr schön geschrieben. Jeder Herzschlag spürt der Leser mit Rosie, jedes Erröten und jeder Blickwechsel zwischen ihr und Silas ist sehr schön dargestellt.
Aus Silas Sicht ist keines der Kapitel geschrieben und trotzdem lernt man auch ihn sehr genau kennen. Ihm merkt man die Zerrissenheit zwischen den Schwestern an: Seiner Partnerin und der süßen Rosie, die auf einmal nicht mehr “die kleine Schwester von” ist, sondern eine junge Frau.
Zum Ende hin wachsen alle drei Charaktere, sie lernen sich selbst kennen, drücken sich aus und stehen zu sich selbst.

Die Story an sich holpert manchmal. Der rote Faden wird erst in der Mitte des Buches aufgenommen, vorher war es mehr ein zielloses Erzählen aus dem Alltag von Rosie und Scarlett. Es gibt immer wieder Kampfszenen, die Action kommt in Sisters Red also auch nicht zu kurz.
Ich finde es ganz angenehm, dass zwischen der “straighten” Scarlett und der “verspielten/romantischen” Rosie gewechselt wird. Das Buch wird nicht langweilig, an keiner Stelle. Der Wechsel der Erzählperspektiven macht es Lebhaft und vielseitig.

Das Buch bietet Romantik, Spannung und einen Hauch Märchen. Auch wenn ich sagen muss, dass die Märchenähnlichkeit nach dem Titel, dem Cover, den roten Umhängen und der Anwesenheit von Wölfen aufhört. Das Buch ist weder eine Nacherzählung von Rotkäppchen, noch spielt es in der Mittelalter-Märchenzeit. Es ist ein eigenständiges Buch, das in der Neuzeit spielt und mit Fantasy- und Märchenelementen arbeitet.

Nach der Lobeshymne muss ich einen negativen Punkt loswerden: Der “große” Showdown. Die “Lösung“ des “Problems” ist mir zu einfach. Ohne an dieser Stelle zu spoilern, muss ich doch sagen, dass es schon etwas komplizierter hätte sein können. Aber es stört auch nicht weiter. An sich ist das Ende kein typisches Happy End, aber ein Ende, mit dem ich durchaus happy sein kann. Es passt super zum Buch und lässt eventuell noch einen Folgeband offen, auch wenn ich daran nicht wirklich glaube 🙂

 

Fazit:

Insgesamt ist das Buch sehr empfehlenswert für alle Jugendliche und alle Menschen generell, die gerne romantische und märchenhafte Geschichten lesen.
Das Buch hat eine gute Moral: Sei du selbst und finde deinen Platz in der Welt. Die Schwestern March sind ein gutes Vorbild.

Ich habe zwischen 4 und 5 Herzen geschwankt. Letztendlich habe ich 4 Herzen gegeben, weil mir das letzte Bisschen gefehlt hat, was das Buch perfekt gemacht hätte.

Übrigens…

Das Buch erscheint im Oktober 2011 in Deutschland unter dem Namen “Blutrote Schwestern”. Das deutsche Cover kann allerdings nicht mit der Originalversion mithalten.
Im August 2011 kommt Sweetly von Jackson Pearce heraus, verknüpft an das Märchen “Hänsel und Gretel”. Es ist ein Teil der “Märchen-Reihe” von Jackson Pearce und gilt als “Sisters Red #2”.

 

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