[Rezension] Das Landei

Veröffentlicht: 23. Juni 2011 von Juliane

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Es wurde sich die größte Mühe gegeben die Inhalte so gut es geht zu übernehmen.

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Das Landei Book Cover
Das Landei
/
Florian Beckerhoff
Zeitgenössisch
256

Inhalt:

Rob kommt vom Land und ist mit seinem besten Freund Golo als Jugendlicher in die Großstadt geflüchtet. Jetzt – mit Anfang 30 – plagen ihn Zweifel. Richtig angekommen in der Stadt ist er nicht. Er fühlt sich nicht zu Hause und die Frau fürs Leben fehlt ihm auch. Doch wo findet er sie? Keine der Städterinnen scheint zu ihm zu passen. Da gibt ihm der Wirt Willi den Tipp, es mit einer Frau vom Lande zu versuchen.
Rob ist auf der Suche nach sich selbst und stellt sich immer wieder die Frage: Stadt oder Land, wo finde ich die Richtige?

Meine Meinung:

Der Titel, das Cover und der Klappentext lassen eine andere Geschichte vermuten, als sich tatsächlich dahinter verbirgt. Die Leute, die es wegen den genannten Kriterien kaufen, werden enttäuscht sein. Und die Leute, die die eigentliche Zielgruppe des Romans sind, werden nie im Leben in einer Buchhandlung nach diesem Roman greifen.
Das liegt daran, dass man einen lustigen Unterhaltungsroman erwartet, der die Klischees vom Landleben (und den „Landeiern“) erfüllt und/oder die Städter auch nicht im besten Licht dastehen lässt. So ist es aber nicht. Der Klappentext stimmt nur weitestgehend.

Ja, Rob ist auf der Suche nach einer Frau. Aber: Der Roman ist eher vom Genre „Coming of Age“, obwohl Rob schon 30 Jahre alt ist. Noch immer ist er nicht ausgereift, wird erst im Laufe des Buches erwachsen und lebt ein selbst bestimmtes Leben. Rob ist sehr Ich-bezogen, seine Eltern – die ihn gern wieder einmal sehen würden – speist er mit Ausreden ab.


Erst am Ende des Romans wird er gezwungen aufs Land zu fahren. Leider findet man hier auch keine lustige Leichtigkeit. Rob merkt, dass er Fehler gemacht hat. Bereut sie vielleicht sogar. Da das aber erst auf den letzten paar Seiten geschieht, bekommt man davon kaum etwas mit. Robs Suche nach den Frauen finde ich sehr oberflächlich. Nach dem ersten Blick, dem ersten Wort und/oder der ersten gemeinsamen Nacht, weiß Rob sofort, ob es „die Eine“ ist. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er die Sache richtig anpackt. Auch geht er mit den Frauen um, als wären es irgendwelche Namen auf einer Liste. Keine wird als Person gesehen. Sein Verhalten gegenüber Frauen hat mich sehr gestört.

Die ganze Geschichte ist sehr philosophisch angehaucht und geht fast auch in Richtung Drama. Der Leser wird von Robs Gedankenwelt erschlagen und muss einen sehr langen Atem haben, um das Buch weiterzulesen und zu beenden. Keinesfalls findet man hier Unterhaltung, der Roman ist tiefsinnig, leicht depressiv, versoffen und verraucht.

Das Ende ist okay, aber es hellt die ganze Geschichte nicht auf. Insgesamt bleibt das Buch einem nicht in Erinnerung, es hinterlässt keinen bleibenden Eindruck und wird mit Sicherheit keine Leben verändern.

Ich habe mich mit der Bewertung schwer getan. Mein Fall ist dieses Buch nicht, aber ich sehe durchaus, dass nicht schlecht ist. Ich habe zwischen 2 und 3 Sternen geschwankt und mich letztendlich für die 3 Sterne entschieden. Mir gefiel Titel und Cover, nur die Geschichte war die falsche.

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