[Rezension] Der Ruf des weißen Raben

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Der Ruf des weißen Raben Book Cover Der Ruf des weißen Raben
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Sanna Seven Deers
Liebe, Indianer, Kanada, Krimi, Zeitreise, Historisch, Zeitgenössisch
409

Inhalt:

Myra wird unabsichtlich Zeugin eines uralten Rituals von Indianern, die die Hilfe ihrer Ahnen erbitten. Von diesem Zeitpunkt an geschehen merkwürdige Dinge. Nach einem Sturz von einem Berg, erscheinen Myra zwei Felssäulen. Sie geht zwischen ihnen hindurch und beginnt damit eine Reise zwischen Welt und Zeit. Im Hier und Jetzt ist der gutaussehende Chad Blue Knife ihr Begleiter, doch auch in den anderen Ebenen haben die Personen, in die sie schlüpft, Verbündete. Erst mit der Zeit erfährt Myra, dass ihre neuen Fähigkeiten einen Sinn haben und sie zu etwas Großem berufen ist.

 

Meine Meinung:

Ich bin positiv überrascht. Mir hatte die Leseprobe schon gut gefallen, aber die gesamte Geschichte überstieg meine Erwartungen. Von Seite zu Seite wurde das Buch spannender und besser. Es geht um Zeitreisen, alte Zeremonien und Kulturen. Myra und Chad werden mit einem Schlag in ein Abenteuer geworfen, welches mehr als mitreißend ist.

Der Hauptstrang spielt in der Gegenwart, im 21ten Jahrhundert. Es gut um Myra, eine Endzwanzigerin, die nach der Trennung vom ihrem Freund Abstand in den Wäldern von Kanada sucht. Doch Myra ist auserwählt und sie reist in die Vergangenheit, in die Geisterwelt – die Welt der Ahnen. Sie erlebt die Reise aus der Sicht von Runa, einer jungen Frau, die eine wichtige Aufgabe hat und die Schlüsselperson des Ganzen ist. Ebenfalls reist Myra in die Zukunft und sieht ihr Ich – nur etwas älter. Dann wird sie verfolgt. Angst mischt sich in die ruhig beginnende Geschichte und man fiebert ununterbrochen mit.

Der Wechsel der drei Zeiten und Sichten hat mir ausgesprochen gut gefallen. Dieser Mix ließ die Geschichte aufleben und sie spannend werden. Natürlich gab es immer wieder kleinere Cliffhanger, wenn Myra wieder zurück in eine andere Zeit reiste.
Die Autorin hat es super geschafft, mit der Zeit schleichend die Spannung einzubauen. Die Geschichte, die leicht esoterisch beginnt, wird zu einem richtigen Krimi! Die Personen waren alle sympathisch, keine, die sich in den Vordergrund gedrängt hat. Selbst die “Liebe auf den ersten Blick” zwischen Chad und Myra war nicht kitschig, sondern wirklich richtig schön und glaubhaft. Auch die Beschreibungen der Natur und die Liebe zur Natur der Personen sind wunderschön geschildert. Man bekommt schon Lust, selbst mal nach Kanada in die Wildnis zu fahren.

Mir gefällt an dem Roman so vieles. Von dem Schauplatz, über die Personen bis hin zu der perfekt ausgefeilten Story, bei sich zum Schluss die Puzzleteile zusammen setzen. Die Autorin hat ein großes Talent. Ihr Schreibstil ist super. Sie unterscheidet von der Sprache her gut zwischen den Zeitebenen. Es ist fast, als würde man zwei Bücher lesen (Myra und Runas Geschichte) und erst so langsam wachsen zu einer einzigen Erzählung zusammen.

 

Fazit:

Wenn man hier einen historischen Roman erwartet, liegt man falsch. Man kann dieses Buch keinem Genre klar zuordnen, er ist ein Einzelstück, das auch als solches gesehen werden sollte. Es ist ein moderner, schnell lesebarer Pageturner, der unterhaltsam, mitreißend und spannend ist.
Schade finde ich, dass es kein Nachwort oder eine Danksagung von der Autorin gibt – die lese ich immer sehr gern 🙂

Hochgradig empfehlenswert!

 

Übrigens:

Die Hintergründe zu diesem Buch sind sehr wissenswert. Die Autorin, eine Deutsche, hat selbst einen Indianer aus Kanada geheiratet (David Seven Deers) und lebt auch dort. Auf ihrer Internetseite kann man in der Galerie Bilder ihrer Ranch ansehen. Und die Zeichnungen auf dem Cover (oberhalb der Schrift) sind von David Seven Deers. Total klasse! Ein richtiges Familienwerk. Die Autorin schreibt an ihrem nächsten Roman, den ich kaum abwarten kann.

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