[Rezension] Stille

Stille Book Cover Stille
Erling Kagge
Insel Verlag
September 2017
Hardcover
144
Vorablesen
Stillhet I Støyens Tid

Erling Kagge ist auf der Suche nach der Stille. Der Stille innerhalb des Chaos der Welt. Er war unterwegs am Nordpol, Südpol und hat den Mount Everest bestiegen. Lebt allerdings in einer lebendigen Stadt in Norwegen.

Kann man auch die Stille in der Großstadt finden? Wie findet man sie? Stille findet man überall. In sich selbst? Durch andere? In dieser Erzählung zeigt Erling Kagge 33 Möglichkeiten die Stille - die eigene Stille - zu finden.

 

Meine Meinung:

In Zeiten der engen Taktung, des Internets, der Workaholics und der niemals schlafenden Entwicklung ist die Stille Mangelware. Ständig wird man mit Eindrücken konfrontiert. Ob es Geräusche sind oder Bilder. Das Smartphone blinkt auf, der TV läuft, das Buch vor der Nase.

Das ist der „Stress der Welt“.

Manchmal löst diese Masse an Eindrücken eine Überforderung in mir aus. Stress bildet sich. Abschalten fast unmöglich, da das Gehirn auf Hochtouren arbeitet und ständig stimuliert wird.

Ich suche einen Weg, diese Eindrücke zu kontrollieren und wieder ein inneres Gleichgewicht zu finden. Genau bei diesem Gedankengang bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. „Stille“ von Erling Kagge. Ich war mir zunächst nicht sicher, was genau er mit der Stille meint. Er ist viel unterwegs, war am Südpol, Nordpol und auf dem Mount Everest. Kann ich überhaupt Parallelen zu diesem Mann finden?

Doch schon die ersten Seiten zeigten das Potential und die Stärke dieses Buches. Erling Kagge schreibt nicht nur von der Stille, er schafft sie mit seinen Worten. Mit Satzbau, Wortwahl und Kunstpausen hat er es geschafft, meine innere Lesestimme ruhig zu halten und mich somit im Gesamten zu beruhigen.

Auch die Aufmachung des Buches unterstützt das Finden der Stille. Die Seiten sind nicht bis zum Rand bedruckt, das Cover quillt nicht über. Es ist schlicht gehalten und drückt den Geist der Erzählung gut aus. Auf einigen Seiten befanden sich Bilder. Es waren Fotos von der NASA, dem Weltraum und den Weiten im Schnee. (Leider nur ein Foto von Erling Kagge selbst.) Ohne viel Erklärung standen sie dort und man kam nicht an ihnen vorbei. Ich war inspiriert von den Worten von Erling Kagge und hielt inne, betrachtete die Fotos und stellte mir die Stille vor, die dort herrschte. “[Rezension] Stille” weiterlesen