[Rezension] Alice

Alice Book Cover Alice
The Chronicles of Alice #1
Christina Henry
YA / Horror
Titan Publ. Group Ltd.
Juni 2016
Taschenbuch
325

Alice ist Mitte 20 und lebt in einem Irrenhaus. Warum ist sie hier? Sie hat erzählt von einem Kaninchen. Einem blutrünstigen Kaninchen, das sie gefangen hielt und sie fliehen konnte. An Details kann sie sich nicht erinnern.

Sie trifft auf Hatcher. Er sitzt im Irrenhaus im Nachbarzimmer. Eine ganze Bande Männer soll er mit einer Axt umgebracht haben. Ein Blutbad. Erinnern kann er sich nicht mehr.

Gemeinsam können sie aus dem Irrenhaus entfliehen. Doch das bleibt nicht unbemerkt. Der Jabberwocky ist hinter ihnen her: Ein großes Ungeheuer, das skrupellos durch die Stadt wütet. Und dann wird aus der Flucht eine Jagd, und sie lernen die Stadt und ihre Bewohner auf eine ganz neue Art und Weise kennen.

 

Meine Meinung:

“Alice im Wunderland” gibt es in vielen Variationen. Es gibt einige Neuerzählungen, er gibt Vorgeschichten und Bücher darüber, wie es Alice danach ergangen ist. In diesem Fall lernen wir Alice ein paar Jahre nach ihrem Abenteuer kennen – und das Abenteuer ist ganz anders abgelaufen als wir es bisher kannten.

Hier muss ich eine Warnung aussprechen: Denn das Buch gehört zum Genre “Horror” und die Geschichte wird dessen gerecht. Es wird nicht gespart an Blut, Gewalt und gruseligen Gestalten. Wer empfindlich ist, sollte nicht zu diesem Buch greifen.

Der Beginn hat mich nicht wirklich gefesselt. Wir lernen Alice kennen und man weiß nicht genau, was mit ihr ist. Ist sie wirklich verrückt oder hat sie all das erlebt? Man muss sich erst einmal an die Umgebung gewöhnen und an die Welt, die Christina Henry hier erschaffen hat.

Erst als Alice und Hatcher aus der Irrenanstalt fliehen, zu Bess (Hatchers Großmutter) gehen und dort herausfinden, was ihr Mission ist, wird es spannend. An diesem Punkt beginnt die Action und man entdeckt Parallelen zu “Alice im Wunderland”. Es wird gespielt mit den Charakteren, aber auch mit Begebenheiten – wie verzaubertes Essen, Magier und Geheimgänge.

Das gesamte Buch über habe ich mich gefragt, wer Hatcher eigentlich ist. In meinem Kopf wurde er zu dem “Mad Hatter”, also dem verrückten Hutmacher. Mehr als einmal nennt er sich selbst “mad”. Passend wäre es! Doch hat er viele düstere Seiten, die man an dem verrückten Hutmacher nicht kennt.

Die gesamte Atmosphäre ist sehr düster. Die Geschichte spielt in Gassen, unterirdischen Gängen und verzweigten Fluren. Richtig hell wird es nie. Brutal und blutig dafür umso öfter. Auch Alice fackelt nicht lang und greift durch. Sie ist nicht das hilflos Mädchen aus “Alice im Wunderland”. Hier werden (Achtung!) Augen herausgeschnitten und andere Dinge getan – die selbst für eine Rezension zu blutig sind 🙂

Für Fans von “Alice im Wunderland” ist dieses Buch ein Muss, denn es gibt wirklich tolle Referenzen. Cheshire (die Grinsekatze), das Kaninchen und die Raupe haben großen Rollen. Doch sind sie wirklich Fabelwesen oder doch menschlich? Es war ein Mix. Mal sprach man von langen plüschigen Ohren, dann waren Hände und Füße im Spiel. Ehrlich gesagt, hat mir das sehr gut gefallen. “[Rezension] Alice” weiterlesen