[Rezension] Straße der Schatten

Straße der Schatten Book Cover Straße der Schatten
Jennifer Donnelly
Piper
Dezember 2016
Taschenbuch
448
These Shallow Graves

1890, New York. Josephine Montfort liebt nichts mehr als zu schreiben. Und ihre Familie freut sich auf nichts mehr als auf die bevorstehende Verlobung von Jo.

Doch dann stirbt ihr Vater und Jo wird aus ihrem bisherigen Leben gerissen. Selbstmord. Doch sie glaubt es nicht. Gemeinsam mit dem Journalist Eddie macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und deckt mehr aus als ihr lieb ist.

 

Meine Meinung: 

Dieses Buch habe ich dank einer langen Zugfahrt fast komplett innerhalb eines Tages gelesen. Jennifer Donnelly ist hauptsächlich für ihre “Rosenreihe” (Teerose, Winterrose, Wildrose) bekannt und da ich diese Reihe über alles liebe, hatte ich auch bei diesem Roman große Erwartungen. Ein bisschen wurden sie leider enttäuscht.

Ich kenne die Autorin und weiß, dass es sich bei ihr um historische Romane handelt, allerdings steht das nirgends auf dem Buchumschlag. Also es spielt 1890 in New York. Ein tolles Setting, finde ich! Im Klappentext wird schon angedeutet, dass eine junge reiche Frau den strengen Vorgaben der damaligen Zeit trotzt – und auch eine Romanze lässt sich erahnen.

Auf den ersten Seiten fühlte ich mich direkt wohl. Der Schreibstil von Jennifer Donnelly ist einfach klasse, federleicht und fließend. Der Text liest sich einfach herunter, gleichzeitig ist er ausführlich und ausgeschmückt. Ich weiß ehrlich nicht, wie sie das macht.

Auch die Geschichte fängt einen schon in den ersten Seiten ein. Josephine, Jo, ist eine tolle Protagonistin. Eine starke Frau, die echt und mutig ist. Sie macht eine Entwicklung im Roman durch, wobei man hier eigentlich schon die Knospen im Beginn sieht. Am Ende sind ihre Eigenschaften und Charakterzüge einfach weiter ausgeprägt.

Die übrigen Charakter waren mir zu blass. Eddie hatte gute Momente, aber meistens wirkte er sehr austauschbar und ich habe das Gefühl ihn bis zum Schluss nicht richtig kennengelernt zu haben.

Der Plot ist gut ausgebaut. Das Setting passt. Die Geschehnisse könnten durchaus auf wahren Begebenheiten beruhen. Trotzdem fehlte mir hier etwas. Die Rosen-Reihe war einfach besser gestrickt worden. In diesem Roman habe ich einiges schon zu Beginn geahnt – wobei mich die Details doch noch überrascht haben.

Insgesamt war mir die gesamte Geschichte zu düster. Ein Großteil des Romans spielte bei Nacht und in zwielichtigen Milieus. Kann man mal haben, brauche ich nicht dutzende Seiten lang.

Zum Ende gab es einen großen Showdown. Die Spannung, die dem gesamten Roman über fehlte, war hier gebündelt. Man knabbert dich wirklich fast die Fingernägel ab. Das hat mir wiederum sehr gut gefallen und zeigt mir, dass Jennifer Donnelly es doch kann!


Fazit:

Jennifer Donnelly als Autorin kann ich jeden nur empfehlen! Nur vielleicht sollte man nicht mit diesem eher drögen Roman beginnen, sondern sich die Rosen-Trilogie schnappen. Hier fehlt es an Spannung und der Schauplatz war für meinen Geschmack viel zu dunkel.

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