[Rezension] Texas Heat

Veröffentlicht: 26. Juni 2017 von Juliane

Texas Heat Book Cover
Texas Heat
Texas Heat #1
Gerry Bartlett
ChickLit / New Adult
Forever (Ullstein)
Juli 2017
eBook
740 (iBooks App)
Vorablesen

Die 29-jährige Cassidy Calhoun traut ihren Ohren nicht, als ihr eröffnet wird, dass ihr bisher unbekannter Vater ein milliardenschwerer Besitzer einer Ölfirma ist. Sie erfährt es bei der Eröffnung seines Testaments, bei dem auch drei weitere Kinder von ihrem Vater anwesend sind. Sie alle erben einen Teil der Firma und des Vermögens - doch nur, wenn sie alle ein Jahr in der Ölfirma gearbeitet haben.

Für die hartarbeitende Cass eigentlich kein Problem, wäre da nicht der gutaussehende Mason, der Erbe der Konkurrenzfirma. Denn ausgerechnet Mason wurde von ihrem Vater beauftragt, die erwachsenden Kinder zu überprüfen, ob sie nach diesem Jahr harte Arbeit das Erbe wirklich verdient haben.

 

Meine Meinung:

Dank Vorablesen habe ich mich nach einer längeren Pause mal wieder an einen “Guilty Pleasure” Roman gewagt. Mit “Guilty Pleasure” meine ich einen Roman, der – sagen wir mal – nicht gerade durch eine gute Geschichte überzeugt, sondern eher durch zwischenmenschliche Beziehungen auf körperlicher Ebene. Das Cover ist ziemlich eindeutig und so war ich gespannt, ob mich diese Geschichte überzeugen kann.

Das Setting finde ich klasse: Texas. Cowboys. Eine Öl-Dynastie. Hier ist viel Potential. Wurde es voll ausgeschöpft? Naja!

Positiv zu sagen ist, dass sich die Geschichte zügig lesen lässt. Man wartet nicht lang bis die eigentliche Geschichte losgeht. Cass lernt direkt in der ersten Szene ihre Geschwister kennen und bekommt die Information über ihr Erbe.

Der rote Faden war die Erbschaft und wie Cass in ihrer neuen Situation (neuer Job / neue Familie) zurecht kommt. Das ist richtig gut dargestellt und aufgebaut. Ihre Gedankengänge und ihr Biss sind klasse. Es wird mysteriös und auch gefährlich – hier bibberte ich bis zum Ende, was dahinter steckte und war bei der Auflösung am Ende ziemlich überrascht.

Leider gibt es einige Punkte, die mir nicht gefallen haben. So fehlte mir das texanische Flair. Zu Beginn ist Cass kurz auf einer Ranch und reitet mit Mason aus. Doch die Szene ist so kurz und so nebensächlich – und wird leider nicht wiederholt. 95% des Romans hätte also auch in New York oder Frankfurt spielen können. Mason trägt Stiefel und Hut, zumindest wird es am Anfang so beschrieben. Was im restlichen Roman passiert, weiß man nicht.

Die Problematik, das Mason für die Konkurrenz arbeitet wird sehr halbherzig benannt. Am Anfang denken beide ein-/zweimal daran, doch es war nie wirklich ein Problem. Cass hielt kein Fakt aus der Firma vor ihm geheim. Sehr unrealistisch. Denn gerade dieses Verbotene hätte der Geschichte noch mehr Pepp und Spannung gegeben.

Denn das fehlte: Die Chemie und das Knistern zwischen Cass und Mason. Viel zu schnell geht es zur Sache – und “zur Sache” war schon fast jugendfrei. Das Cover ist sehr irreführend. Denn erotisch wird es nur selten (außer ein Kuss auf den Mund zählt man mit 🙂 ). Eigentlich ist es mehr eine Liebesgeschichte am Rand einer schon fast kriminalistischen Erzählung.

Irritierend war die Beziehung von Cass und ihrer Mutter, die ich bis zum Schluss nicht durchschaut habe. Leider blieben für mich auch die neuen Geschwister von Cass sehr farblos. Hier blieben Cass und Mason die einzig interessanten Charaktere. (Oh, und von dem verstorbenen Vater hätte ich gern mehr erfahren!)

“Texas Heat” ist der Auftakt einer Reihe mit selbigen Titel. In dem zweiten Teil geht es um Megan und Rowdy, die Schwester und der Ex von Cass. Die Geschichte um die Erbschaft und die Aufgabe, ein Jahr lang in der Firma zu arbeiten, geht hier weiter. Ich orakel einfach mal, dass es sicherlich auch noch einen dritten (Shannon) und vierten (Ethan) Band geben wird.

Wer gute Beispiele aus dem Genre lesen möchte, dem empfehle ich “Beautiful Disaster“, “Dublin Street” oder “My Favorite Mistake“.


Fazit:

Ein irreführendes Cover und Klappentext lassen mich leider enttäuscht zurück. Es fehlte das gewisse Etwas, das Knistern und das Kribbeln blieben aus. Spannend war die Geschichte an sich, was den Roman dann doch lesenswert macht. Locker und leicht lässt sich das Buch lesen und empfiehlt sich so als Sommerlektüre für den Strandurlaub.

3 Kommentare

  • Nicci Trallafitti 27. Juni 2017 at 10:58

    New York oder Frankfurt. 😀
    Richtig tolle Rezension! Ich mag sehr, wie du schreibst. Ehrlich, aber nicht gemein.
    Schade, dass dich das Buch enttäuscht hat. Von Texasflair scheint da wirklich nicht die große Rede zu sein.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Reply
    • Juliane 28. Juni 2017 at 19:05

      Hej Nicci,

      aww, dankeschön! ❤︎

      Das Buch hatte wirklich das Zeug, richtig gut zu werden… ein bisschen mehr Cowboys und knisternde Momente.. aber gut, nur wenn man ab und zu ein schlechtes Buch liest, lernt man die guten mehr Wert zu schätzen 😉

      Liebe Grüße
      Juliane

      Reply
      • Nicci Trallafitti 28. Juni 2017 at 20:58

        Ja, da hast du auf jeden Fall recht 🙂
        Ich bin echt froh, dass ich aktuell scheinbar ein gutes Händchen bei der Buchauswahl habe.

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1 Trackback

  • Meine Lesewoche #2 - Mona liest 3. Juli 2017 at 15:58

    […] am Jane – Auf ihrem Blog hat Juliane eine sehr gute Rezension zu „Texas Heat“ von Gerry Bartlett veröffentlicht. Auch wenn das Genre nicht jeden anspricht und das Buch auch […]

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