[Rezension] Altes Land

Altes Land Book Cover Altes Land
Dörte Hansen
Gegenwartsliteratur
Penguin Verlag
März 2017
Taschenbuch
304

1945: Als Flüchtling kommt Vera als Kind gemeinsam mit ihrer Mutter Hildegard auf dem Hof von Ida Kerkhoff an. Im "Alten Land" müssen sich beide erst zurecht finden und fühlen sich zunächst fremd. Doch auch 60 Jahre später lebt Vera noch immer auf dem alten Bauernhof. Die Jahren und Erlebnisse haben sie einer eigenen Frau heranwachsen lassen.

Als ihre Nichte Anne mitsamt ihrem kleinen Sohn Leon vor der Tür steht, beginnt die Geschichte von Neuen. Auch diese beiden sind auf der Flucht. Nicht vor dem Krieg, sondern vor dem Ehemann und seiner Geliebten.

Auch Anne muss sich umgewöhnen: Von dem schicki-micki Leben in Hamburg Ottensen zu dem Leben auf dem Alten Land und dessen Eigenheiten.

 

Meine Meinung:

Vermutlich wäre mir dieses Buch nie aufgefallen, hätte ich es nicht von meiner Mutter mit einer großen Leseempfehlung in die Hand gedrückt bekommen. Und plötzlich war dieser Roman überall. Ich sah ihn in meiner Buchhandlung mit persönlicher Empfehlung der Buchhändler und auch online traf ich immer wieder auf ihn.

Ich habe allerdings ein gemischtes Verhältnis zu Romanen, die zur deutschen Nachkriegszeit spielen. Die Erinnerungen an “Zwangslektüre” aus der Schule werden da wach und bisher konnte mich einfach noch keins dieser Bücher so richtig packen. (Im Gegensatz zu Romane, die in England zur (Nach-) Kriegszeit spielen.)

So nahm ich mir das Buch zur Brust und ja, ich musste mich zeitweise richtig durch die Seiten beißen. Doch ich wollte nicht aufgeben, wollte verstehen, warum dieses Buch so beliebt ist und die Leute so berührt. Und ich denke, ich weiß warum. Gleichzeitig hat mich dieses Buch nicht fesseln können, ich sehe es ziemlich neutral und mit Abstand.

Man lernt hier ein Stück deutscher Geschichte kennen, somit schadet einem dieses Buch in keinem Fall, denn man lernt viel über unsere Vergangenheit und teilweise über unsere Gegenwart. Das “Alte Land” hat Tradition und ist heute sogar ein Touristenmagnet. Wer sich mehr über das “Alte Land” informieren möchte, kann das zum Beispiel hier tun.

Nachdem ich den Roman beendet habe, kommt mir das Alte Land dennoch wie eine Traumwelt vor. In dem Roman wird es “Gummistiefelwelt” genannt. Richtig emotional packen konnten mich weder die kauzigen, eigensinnigen Charaktere, noch das Setting oder die Geschichte. Zu schmucklos und gerade hinaus wurden mir hier Situationen beschrieben. Ob es der Selbstmord ist, der mich emotional kalt ließ oder das Schlachten der Tiere, das fast als zu skurril dargestellt wurde.

“[Rezension] Altes Land” weiterlesen