[Rezension] Vicious von V.E. Schwab

Veröffentlicht: 5. März 2019 von Juliane

Vicious Book Cover
Vicious
Villians #1
V. E. Schwab
Fantasy
Tor Books
September 2013
Taschenbuch
366

Vor 10 Jahren lernten sich Victor und Eli auf der Uni kennen, beide waren junge Medizinstudenten. Dann wählte Eli sein Forschungsthema: Übernatürliche Wesen. Das änderte alles - denn Eli hatte eine Theorie, wie Menschen an besondere Fähigkeiten kommen könnten: Mithilfe von Nahtoderfahrungen. Sie wagen den Versuch, bringen sich selbst an die Grenzen. Und merken, dass die Theorie durchaus stimmen könnte. Doch wie nutzt man Fähigkeiten? Zum Guten, zum Bösen? 10 Jahre später stellt sich die Frage immer noch. Victor und Eli sind keine Freunde mehr. Verrat, Macht, Stärke. All das beherrscht ihr Leben und ihre Jagd aufeinander.

Meine Meinung:

Schon viel zu lange habe ich diesen Roman auf meinem SUB gehabt. Ich bin ein Fan von V.E. Schwab und ich weiß auch nicht, warum ich mich nie an den Roman gewagt habe. Nun habe ich mir die Erscheinung des zweiten Bandes der “Villians” Reihe “Vengeful” zum Anlass genommen, endlich “Vicious” zu lesen. Und ich bereue nichts – außer, dass ich ihn nicht schon viel früher gelesen habe.

Mit Vicious hat V.E. Schwab einen Roman für “Erwachsene” geschrieben, die Protagonisten sind Anfang 30 und das war wirklich erfrischend. Es gibt keine Klischees und es fällt mir schwer, ein Genre dafür auszuwählen. Natürlich ist es Sci-Fi / Fantasy, aber wir haben hier eine reale Welt mit übersinnlichen Fähigkeiten. In dem Buch selbst ziehen die Charaktere den Vergleich zu X-Men und das passt tatsächlich ziemlich gut.

Nicht nur, dass wir Menschen mit besonderen Fähigkeiten in der realen Welt haben – nein, auch die beiden Hauptpersonen erinnern stark Magneto und Professor X. Ihre Beziehung zueinander beruht auf Bewunderung und Hass. Diesen Zwiespalt hat V.E. Schwab richtig gut dargestellt. Victor ist ein Held und Antiheld zugleich. Es gibt keine Helden in der Geschichte. Er sagt es selbst:

“There are no good men in this game.” 

Dennoch gibt es eine Unterscheidung zwischen ‘böse’ und ‘richtig böse’. Victor ist düster, hat schon bevor er seine Fähigkeiten bekommen hat, soziale Phobien und ist eher ein Einzelgänger. Die wenigen Beziehungen, die er eingeht, sind vielschichtig, irgendwie skurril und leider oft tragisch.

Ich mochte es, die Geschichte aus Victors Sicht zu verfolgen. Seine Rückblenden in die Zeit auf den College, als er Eli kennenlernte und beide ihre Fähigkeiten erlernten. Der erste Betrug von Eli und der Aufstieg von Elis Ego, das ins Unermessliche und Fanatische glitt. Eli wirkte für mich wie eine religiöser Extremist. Dennoch war auch seine Figur schillernd und einnehmend. Seine Beziehung zu Serena war heftig und auch so auf einer Abhängigkeit und Hass basierend.

Ach, wir haben hier so viele Abweichungen von den meisten stereotypischen Geschichten, dass es richtig Spaß machte, das Buch zu lesen. Es überraschte mich und ich bewunderte den Ideenreichtum von der Autorin. Auch Sydney war ein toller Charakter mit ihren 12 Jahren. Wie sie zu der Konstellation dazu kam, was sie durchmachte und wie sie innerhalb der Geschichte wächst.

Für mich fühlte sich der Roman sehr konzipiert an. Und das meine ich zu 100% positiv. So sind die Namen natürlich nicht zufällig gewählt: Victor Vale und Eli Ever. Es ist mit Sicherheit kein zufallen, dass Victors Namen so viele Parallelen zu den Worten “Vicious” und “Villain” haben. Eli, dessen Name tatsächlich wie der eines Helden klingt – für den er sich mit seinen kranken Hirn ja auch hält.

Dann die Fähigkeiten der Personen. Die auf den Gedanken der Sterbenden beziehen. Dass so jemand Verletzliches wie Victor anderen so sehr schaden kann. Die Kreativität dahinter, die überzeugte mich.

Außerdem ist der Schreibstil von V.E. Schwab wie immer klasse. Ich mag ihre Romane generell, ihre Figuren und ihre Art Geschichten zu erzählen. Doch aus ‘Vicious’ könnte man ein eigenen Buch nur aus tollen Zitaten zusammenstellen.

Plenty of humans were monstrous, and plenty of monsters knew how to play at being human.

[…]

Be lost. Give up. Give In. in the end It would be better to surrender before you begin. be lost. Be lost And then you will not care if you are ever found.

[…]

Did you know that when you take away a person’s fear of pain, you take away their fear of death? You make them, in their own eyes, immortal. Which of course they’re not, but what’s the saying? We are all immortal until proven otherwise?

Mit dem Ende hat es sich V.E. Schwab meiner Meinung fast ein bisschen zu einfach gemacht. Gern hätte ich es etwas verzwickter und abstruser gehabt. Mir kam die Lösung zu schnell, dafür, dass der Rest der Geschichte so geschickt und detailreich aufgebaut war.

Seit kurzem gibt es nun die Fortsetzung des Romans: ‘Vengeful’, wo wir die Geschichte von Sydney weiterverfolgen und ich bin sooo sehr gespannt. Denn die Meinungen sind durchweg positiv und ich freue mich wieder in die Welt der ‘Villains’ abzutauchen… (Übrigens wurden die Filmrechte verkauft! Das würde sich einfach SO gut als Film machen!)


Fazit:

Mit ‘Vicious’ hat V.E. Schwab eine faszinierende Romanwelt geschaffen, die ihresgleichen sucht. Die beiden düsteren und soziophoben Hauptcharaktere Victor und Eli führen einen Kampf, der sowohl auf Hass, als auch auf Bewunderung basiert, was mich aus den Socken haute. Ich war gefangen von dem Charme des Buches, dem Setting und der Geschichte. Das Böse herrscht, übernatürliche Fähigkeiten faszinierten mich und ich will mehr davon!


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1 Kommentar

  • Elizzy 16. April 2019 at 16:48

    Das hört sich richtig gut an 😀

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