[Rezension] Die Geschichte der schweigenden Frauen von Bina Shah

Veröffentlicht: 14. Juli 2019 von Juliane

Die Geschichte der schweigenden Frauen
Bina Shah
Annette Charpentier
Dystopie, Science Fiction
Golkonda Verlag
April 2019
eBook
332 (print Version)
Before She Sleeps
… Netgalley!

In der dystopischen Zukunft ist die Metropole Green City entstanden. Dort wird wieder ein Gleichgewicht hergestellt. Denn nach einem Krieg und vielen Katastrophen gibt es kaum noch Kinder und zu viele Männer. Um dem entgegen zu wirken, werden Frauen mit mehreren Männern verheiratet und ihre Aufgabe besteht darin, Kinder zu gebären. Verhütung ist verboten, jedes Kind muss ausgetragen werden. In dieser Welt hat sich eine kleine Gruppe von Frauen zusammengeschlossen. Sie wollen nicht heiraten und keine Kinder bekommen. Sie leben im Untergrund, verborgen vor den Gesetzen und der Strafe. Von dort aus bieten sie einen Dienst an: Intimität. Gegen Bezahlung können Männer die Frauen „mieten“ und mit ihnen Zeit verbringen – ohne körperlich zu werden. Doch was ist, wenn sie entdeckt werden?

Meine Meinung:

Über einen Newsletter bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und ich war sofort von der Grundidee eingenommen. Es spielt in der Zukunft. Es spielt in einer ehemals asiatischen Gegend (yay, mal nicht Amerika!) und es geht um eine Rebellion von Frauen. All das machte mich neugierig. Zudem stand das liebliche Cover (was mir sehr gefällt) im starken Kontrast zu der Geschichte, die eine Mischung aus Dystopie, Science Fiction und Gesellschaftsroman ist.

Ich begann zu lesen und war direkt voll dabei. Am Anfang liest man nämlich einen Auszug aus den Regeln von Green City und die sind echt unfassbar. Einerseits sind sie so extrem überspitzt, und auf der anderen Seite hatte ich ständig den Gedanken „das könnte wirklich so kommen!“ und „die Menschen sind jetzt schon so verrückt, in einer solchen Extremsituation könnte sich die Welt so entwickeln“. Das Gefühl begleitete mich fast den ganzen Roman über. Es jagt einen Schauer über den Rücken und lässt einen die aktuelle Gesellschaft klar überdenken.

Man verfolgt eine kleine Gruppe an Menschen, lernt nur eine handvoll Personen richtig kennen. Gerade Sabine ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich mochte es, ihre Geschichte zu verfolgen. Ihre Gefühle waren echt gut dargestellt, ihre Ohnmacht, die Angst. Die Dinge, die ihr geschehen, haben mich total überrascht. Denn ich hatte bei dem Roman mit einem eher ruhigen Erzählfluss gerechnet, der eher die Gesellschaft beschreibt. Doch nein, hier wird einem Action und Spannung geboten. Ich hing an den Seiten und musste wissen, wie es ausgeht. Es war mehr ein Krimi als eine Erzählung.

Und zack – dann war es schon vorbei. Wirklich. Es fühlte sich an als hätte ich eine Novelle gelesen. Es ist so schade, dass die Geschichte nicht mindestens dreimal so lang ist. Die ganze Welt, die Personen, dieses Konstrukt. Es hätte mehr verdient. Mehr Entfaltung. So hat man einen Einblick bekommen, hat Lust auf mehr bekommen und wird irgendwie hängen gelassen. Das Ende ist mir zu rund und zu einfach. Zu viele Fragen bleiben gleichzeitig offen. Ich hoffe, es folgt mehr von der Autorin – ebenfalls als Film oder Serie kann ich mir diesen Roman richtig gut vorstellen.

Der Roman wird mit dem Klassiker „Der Report der Magd“ von Margret Atwood verglichen. Und ja, schon allein der Plot ist sehr ähnlich. Doch die Ausführung und die Art des Romans unterscheidet sich stark. Während ich bei „Der Report der Magd“ mit vielen Längen zu kämpfen hatte, ist „Die Geschichte der schweigenden Frauen“ sehr spannend und extrem kurzweilig. Beide regen allerdings dieselben Gedanken an und spiegeln die möglichen Gefahren der heutigen Welt.


Fazit:

Insgesamt hat mich diese Geschichte wirklich fasziniert. Diese Grundidee ist so erschreckend und gleichzeitig so möglich. Ich mochte es sehr, wie detailliert die Gefühle beschrieben werden und wie nah man sich den Protagonisten fühlt. Außerdem war ich ganz gefangen von der Spannung, die sich für mich so überraschend aufgebaut hat. Allerdings empfand ich die Geschichte als viel zu kurz. Sie konnte auf den wenigen Seiten ihr volles Potential nicht entfalten.


Vielen Dank…

… an den Golkonda Verlag und Netgalley für mein Rezensionsexemplar!


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