[Rezension] Warum Jane Austen ohne Flieder nicht lebe konnte von Damon Young

Veröffentlicht: 26. März 2019 von Juliane

Warum Jane Austen ohne Flieder nicht leben konnte
Damon Young
Mechthild Barth
Philosophisch
btb Verlag
Februar 2019
Taschenbuch
256
Philosophy in the Garden
… den Verlag!

Vom Verlag: Gärten können inspirieren, beruhigen und aufrichten. Und sie haben seit jeher einen besonderen Stellenwert für Künstler. Jane Austen suchte in ihrem Cottage-Garten nach Momenten der Stille. Für Marcel Proust, der seine letzten Lebensjahre bei geschlossenen Fensterläden in seinem Schlafzimmer verbrachte, hießen drei Bonsaibäumchen Inspiration, und die als skandalös geltende französische Schriftstellerin Colette verspürte beim Anblick ihrer Rosen ein Gefühl von Frieden und Glück. Damon Young erforscht wunderbar anregend das besondere Verhältnis zwischen Schreibenden und ihren Gärten – als spazierte man mit einem sehr klugen Freund durch einen wunderschönen Garten. 

Meine Meinung:

Angezogen wurde ich bei dem Buch natürlich durch Jane Austen im Titel und dieses so stimmungsvolle Coverbild. Es klingt nach einer schönen Mischung: Philosophie, Pflanzen, Schriftsteller. Und das war es tatsächlich auch! Neben Jane Austen werden noch weitere bekannte Schriftsteller behandelt, was mir sehr gefiel. Natürlich hätte ich am allerliebsten ein ganzes Buch nur über Jane Austen und ihre Verbindung zu der Pflanzenwelt gelesen – aber so habe ich meinen Horizont erweitert.

Viele der Schriftsteller kennt man vom Namen her, aber Werke habe ich von ihnen noch nicht gelesen. Der Autor macht es ganz wunderbar: Denn er geht’s auf die Personen ein, erschafft ein Bild von ihnen – und gleichzeitig zieht er auch Parallelen zu den Werken. Auf wahrlich philosophische Weise lernen wir die Autoren kennen, und zwar in Verbindung zu Blumen oder Pflanzen. Welche Wirkung hatte ihr Garten in Chawton auf Jane Austen? Und vorallem: Woran macht es der Autor fest.

Das Beispiel Jane Austen ist ganz schön, und natürlich mein liebstes. Bei ihr sieht man es klar an ihren Romanen, dass die Zeit in der Stadt Bath für sie alles andere als inspirierend war. Zurück in dem Dorf Chawton, umgeben von Natur, fließen die Worte nur so aus ihr heraus. Bei ihr wusste ich bereits von ihrer Liebe zur Natur. Aber dass so viele bekannte Autoren so eine Verbindung – ja gar schon Abhängigkeit – zur Pflanzenwelt hatten, war mir neu.

Damon Youngs Buch lässt sich gut in einem durch lesen, denn er verknüpft die einzelnen Passagen sehr gut. Schon das Vorwort über Aristoteles ist sehr interessant und packend. Es regt an, seine eigene Lebensweise zu hinterfragen. Am liebsten hätte ich direkt über mein Verhältnis zur Natur philosophiert.

Was dennoch zu sagen ist, ist dass es zum Ende hin eeeetwas langatmig wurde, da sich natürlich die Punkte wiederholten. Es waren zwar andere Autoren, andere Zeitepochen und andere Situationen, aber dennoch blieb die Essenz gleich. Vielleicht sollte ich meine Aussagen revidieren, dass man dieses Buch in einem durchlesen kann. Vielleicht bekommt man mehr heraus, wenn man die einzelnen Kapitel mit Abstand liest.

Wie auch immer: Es ist ein tolles, so detailreiches, informatives und inspirierendes Buch! Dafür, dass ich sonst sehr wenig (gar nicht) philosophische Texte lese, hat es mir richtig gut gefallen. Es ist schön, neue Facetten von Autoren kennenzulernen und zu sehen, wie wichtig die Natur im eigenen Leben doch eigentlich ist.


Fazit:

Damon Young hat ein modernes philosophsiches Werk geschaffen, welches mir sehr gut gefallen hat! Besonders mochte ich natürlich den Part über Jane Austen und ihre Verbindung zur Natur. Doch auch genoss ich es, die zahlreichen anderen Autoren von einer neuen Seite kennenzulernen und die Auswirkung von Blumen und Pflanzen auf ihre Werke zu erleben. Wer sich für Klassiker, Natur oder Philosophie interessiert, ist hier mit Sicherheit gut aufgehoben!


Danke an…

… den btb Verlag und das Bloggerportal für mein Exemplar!


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