Aber vielleicht wird auch alles gut von Lea Melcher

Veröffentlicht: 22. August 2021 von Juliane

Aber vielleicht auch alles gut
Lea Melcher
Liebesroman, Mental Health
Piper Verlag
Juli 2021
eBook
332 (print)
…den Verlag!

Klappentext: Emilia ist fast dreißig, single, mittelmäßig glücklich – ach ja, und sie leidet unter einer Angststörung. Alles fällt ihr schwer: vom Einkaufengehen über soziale Kontakte bis hin zu einem »normalen« Beruf. Am liebsten verkriecht sie sich in ihrer Wohnung und blendet die Welt aus. Doch dann stellt ihre Schwester ihr ein Ultimatum: Entweder du machst eine Therapie, oder ich rede nie wieder mit dir! Also überwindet Emilia sich und wagt sich hinaus in die Welt. Im Wartezimmer ihres neuen Therapeuten sitzt ausgerechnet Jack, dem sie eigentlich nie wieder begegnen wollte. Und wie es kommen muss, landen die beiden durch eine Verwechslung in einer Paartherapie. Plötzlich ist Emilia gezwungen, sich ihren Ängsten ein für alle Mal zu stellen. 

Meine Meinung:

“Aber vielleicht wird auch alles gut” ist mir durch das farbenfrohe und so schöne Cover ins Auge gestochen. Zudem war ich wirklich neugierig geworden, als ich den Klappentext gelesen hatte. Doch dann ernüchterte mich der Beginn etwas. Ich kam mit Emilia nicht klar, ihre Art konnte ich nicht einordnen. Ihre Angst lähmte sie in manchen Situationen und dann auch wieder nicht – ich war total irritiert. Auf mich wirkte es aufgesetzt und unaufrichtig. Wie sie dann mit Jack in eine Paartherapie kam, war für mich super unrealistisch. Immerhin müsste doch jeder Therapeut merken, dass sie kein Paar sind und dass sie von der Situation überfordert ist. Davon abgesehen, dass sie gleichzeitig einen Termin für sich allein hatte. Aber gut, es löst sich mit dem Verlauf der Geschichte auf. Wie so vieles andere.

Ich lernte Emilia und ihre Angst gut kennen. Als Leser sind wir hautnah in vielen Situationen dabei und erleben sie aus ihrer Sicht. Der Roman ist abwechselnd im Damals und im Jetzt geschrieben. Genau an den richtigen Stellen wechselt die Perspektive. Es war richtig klasse und mit der Zeit merkte ich, dass ich immer schneller las und umblätterte. Ich wollte mehr, mehr, mehr. Mit einem Mal war ich mittendrin und voll gefangen. Ich war mit Herz und Haar dabei und wollte wissen, wie es mit Emilia weitergeht. Wie es ihr ergeht. Was ihre Angst anrichten kann und wie sie damit umgeht. Übrigens ist die Angst nicht fiktiv. Die Autorin hat selbst Erfahrungen mit einer Angststörung und mit der Zeit merkte ich es auch im Roman. Es fühlte sich für mich authentischer an. Der Beginn.. vielleicht musste ich mich erst richtig darauf einlassen – oder ich hatte eine “typische” Protagonistin erwartet, die man sonst in Liebesromanen trifft.

Emilia ist zum Glück kein Stereotyp. Sie ist fast 30 Jahre alt und somit ziemlich genau mein Alter (*hust* bin nur knapp älter) und ich mochte es so sehr, mal etwas anderes zu lesen, als jemand der in dem Alter verzweifelt einen Vater für sein ungeborenes Kind sucht. Denn das war Emilia darstellt ist für mich viel repräsentativer und authentischer. Natürlich sind nicht alle 30-jährigen wie sie. Aber ich finde es schön, mal diese Facette einer Person in dem Alter zu lesen.

Damals und Heute fließen so schön ineinander über. Es ist wie ein Gemälde, zu Beginn sind nur einzelne (verwirrende) Striche zu sehen und mit der Zeit entsteht ein vollständiges, wunderschönes Bild. Emilia ist eine tolle Protagonistin und ich bin mir sicher, dass sie vielen Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken wie sie, viel Mut geben wird. Auch die Romanze gefiel mir gut. Mir wurden wirklich die Knie weich und ich fieberte so mit. Kann eine Liebe, die schon einmal in die Brüche ging, wieder aufleben? Der Roman ist ruhig, gemütlich und so toll. Ich habe ihn wirklich gern gelesen! Zudem ist die Geschichte mit Zeichnungen der Autorin Lea Melcher gespiekt. In meiner eBook Version kamen sie natürlich nicht so gut rüber, ich muss mir unbedingt bei Gelegenheit die Printversion ansehen.


Fazit:

Was ein kuscheliger Feel-Good Roman! Zu Beginn war ich sehr skeptisch, da es sich anfühlte, als sei ich mitten in eine Geschichte geschmissen worden und mir würden wichtige Puzzleteile fehlen. Doch mit der Zeit fügte sich alles so wunderbar zusammen und der Roman wuchs mir richtig ans Herz. Emilia und Jack sind so ein interessantes Duo und ihre Art miteinander zu agieren war so… unterschiedlich und abwechselungsreich. Ständig wurde ich überrascht, im “Damals” und im “Heute”. Dieser Roman gibt Hoffnung und ich fühlte mich umarmt und gestärkt. Eine absolute Empfehlung meinerseits!


Vielen Dank…

… an den Piper Verlag (via Netgalley) für mein Rezensionsexemplar!

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